
Alain Snack steht direkt am S- und U-Bahnhof Schönhauser Allee und gilt als letzter Imbiss Berlins, der die Ketwurst nach DDR-Rezept verkauft: ein langes Brötchen, mit heißem Metallzylinder durchstoßen, die Bockwurst in Ketchup getaucht. Mehr Ostalgie lässt sich in Berlin kaum für kleines Geld essen, und die bunt gekachelte Bude gehört zum Bild dazu.
Alain Snack: Die letzte Ketwurst-Bude Berlins an der Schönhauser Allee
Alain Snack steht an der Schönhauser Allee 116a, direkt an der Ecke zur Dänenstraße und gegenüber den Schönhauser Allee Arcaden. Der S- und U-Bahnhof Schönhauser Allee liegt praktisch nebenan, die U2 fährt über dem Kopf durchs Viadukt, unten halten die Ringbahn und die Tram M1. Die Bude selbst ist nicht zu übersehen: eine bunt gekachelte Front unter dem Brückenbauwerk, verkauft wird über den Tresen, draußen stehen ein paar Plätze. Mittags bildet sich regelmäßig eine Schlange.
Verkauft wird hier vor allem eine Sache, die es sonst fast nirgendwo mehr gibt. Alain Snack gilt als letzter Imbiss der Stadt, der die Ketwurst nach dem alten Rezept zubereitet. Ein langes Brötchen wird mit einem heißen Metallzylinder durchstoßen, die Bockwurst in Ketchup getaucht und in die entstandene Öffnung geschoben. Daneben stehen Boulette, Bratwurst, Currywurst und Pommes auf der Karte, vegetarische Varianten gibt es ebenfalls. Bezahlt wird ausschließlich bar.
Ketwurst aus dem Forschungszentrum der DDR
Die Ketwurst ist keine Erfindung einer einzelnen Imbissbude, sondern das Ergebnis staatlicher Planung. Ende der 1970er Jahre entwickelte das Zentrale Gastronomische Forschungszentrum der DDR das Gericht, weil die Gaststätten im Berliner Fernsehturm den Besucherandrang nicht mehr bewältigen konnten. Gebraucht wurde etwas, das schnell geht, im Stehen funktioniert und sättigt. Der Name ist ein Kofferwort aus Ketchup und Wurst, und bis heute ist er der einzige Fall, in dem ein DDR-Forschungsinstitut einen Berliner Imbissklassiker hervorgebracht hat.
Wer Alain Snack besuchen will, sollte das nicht ewig aufschieben. Der Imbiss gehört baulich zur Schönhauser-Allee-Brücke, und die muss durch einen Neubau ersetzt werden. Nach der aktuellen Planung des Senats beginnt der Rückbau im Jahr 2027, zwischenzeitlich war sogar von einem früheren Termin die Rede. Bis dahin bleibt die Bude an ihrem Platz, und mit ihr ein Stück ostberliner Alltagskultur, das sich in keinem Museum nachstellen lässt.
Top10 Redaktion
Erfahrungsbericht vom 27.10.2026
Preisniveau
Günstige Imbisspreise, die Gerichte bleiben im einstelligen Eurobereich.
Spezialität
Die Ketwurst nach DDR-Rezept, dazu Boulette, Bratwurst, Currywurst und Pommes. Vegetarische Optionen stehen fest auf der Karte.
Kartenzahlung
Nur Barzahlung.
Platz
Verkauf über den Tresen, draußen stehen einige Plätze.
Herkunft der Ketwurst
Ende der 1970er Jahre im Zentralen Gastronomischen Forschungszentrum der DDR entwickelt, weil die Gaststätten im Fernsehturm den Andrang nicht bewältigten.
Gut zu wissen
Der Imbiss gehört baulich zur Schönhauser-Allee-Brücke und soll deren Ersatzneubau weichen. Nach aktueller Planung beginnt der Rückbau 2027.
ÖPNV
S- und U-Bahnhof Schönhauser Allee direkt nebenan mit U2, S41, S42, S8 und S85 sowie Tram M1.
Parken
Parkzone 43 im Gleimviertel, 1 Euro pro Stunde.
Öffnungszeiten
- Montag: 10:00–21:00 Uhr
- Dienstag: 10:00–21:00 Uhr
- Mittwoch: 10:00–21:00 Uhr
- Donnerstag: 10:00–21:00 Uhr
- Freitag: 10:00–21:00 Uhr
- Samstag: 10:00–21:00 Uhr
- Sonntag: 10:00–21:00 Uhr
Adresse
Schönhauser Allee, 10439 Berlin, Deutschland















