
In der Gaststätte W. Prassnik in Berlin-Mitte wird die Zeit der DDR-Kneipenkultur lebendig, denn das Interieur erinnert bis ins Detail an eine klassische HO-Gaststätte. Wer hier einkehrt, findet neben dem selbstgebrauten Prassnik-Bier eine Atmosphäre, die ganz ohne künstliche Kulisse auskommt und stattdessen durch schlichte Ehrlichkeit besticht.
Zeitreise in eine vergangene Ära
Wer die Gaststätte W. Prassnik an der Torstraße betritt, lässt das moderne Berlin augenblicklich hinter sich. Schon beim Eintreten fällt der Blick auf die spartanische, aber absolut stimmige Einrichtung, die an die ehemaligen HO-Gaststätten der DDR erinnert. Tatsächlich befand sich in diesen Räumen früher ein Lebensmittelmarkt der Handelsorganisation, was den authentischen Geist des Ortes erklärt. Der Boden ist mit klassischem Linoleum ausgelegt, und die Tische mit ihren Spreelakat-Platten wirken, als stünden sie schon seit Jahrzehnten unverrückt an derselben Stelle.
Besonders charmant sind die kleinen Details, die man erst auf den zweiten Blick entdeckt. Da wäre zum Beispiel der „Phlegmat 70“, ein alter Verkaufsautomat, der stoisch an der Wand hängt, oder die originale Registrierkasse, die noch immer ihren Dienst tut. Es ist diese Unaufgeregtheit, die den Laden so sympathisch macht. Hier sitzen Ur-Berliner*innen neben Student*innen und Tourist*innen, ohne dass es gezwungen wirkt. Zudem darf hier noch geraucht werden, was für die einen zur authentischen Kneipenstimmung dazugehört, für andere aber natürlich beachtet werden sollte. Die Luft ist also oft so geschwängert wie die Geschichten, die hier abends erzählt werden.
Was kommt auf den Tisch?
Im Mittelpunkt steht hier ganz klar das Bier. Das Prassnik, ein eigens für die Gaststätte gebrautes Bier, fließt frisch und süffig aus dem Zapfhahn. Ihr habt meist die Wahl zwischen einer hellen und einer dunklen Variante, wobei beide Sorten durch ihren ursprünglichen, ungefilterten Geschmack überzeugen. Es ist kein überkandideltes Craft-Beer-Experiment, sondern ein ehrliches Gebräu, das hervorragend zur bodenständigen Umgebung passt.
Dazu passend fällt die Speisekarte übersichtlich und deftig aus. Erwartet keine kulinarischen Höhenflüge, sondern solide Grundlagen für einen langen Abend. Eine ordentliche Schmalzstulle oder eine klassische Berliner Boulette gehören hier zum Standardrepertoire. Auch die Preise erinnern fast noch an vergangene Zeiten, denn sie sind für die Lage in Berlin-Mitte erstaunlich moderat geblieben. Der Service agiert dabei typisch berlinerisch: Schnörkellos, direkt, aber im Grunde herzlich, wenn man den rauen Ton zu nehmen weiß. Wer also Hunger auf einfache Hausmannskost und Durst auf ein gutes Bier hat, wird hier glücklich.
Fazit der Redaktion
Wir schätzen die Gaststätte W. Prassnik als einen der wenigen Orte in Mitte, der sich seinen rauen Charme bewahrt hat. Für uns ist diese Kneipe eine tolle Anlaufstelle, wenn ihr einen unkomplizierten Abend mit Freund*innen verbringen wollt, bei dem das Gespräch und das Bier im Vordergrund stehen. Wer Ostalgie nicht als Kitsch, sondern als gelebte Kneipenkultur erfahren möchte, ist hier genau richtig.
Top10 Redaktion
Erfahrungsbericht vom 10.02.2026
Kartenzahlung
Nur Barzahlung
Preisniveau
1 - 10 Euro
Sitzgelegenheiten
Außensitzplätze vorhanden
Öffnungszeiten
- Montag: 17:00–03:00 Uhr
- Dienstag: 17:00–03:00 Uhr
- Mittwoch: 17:00–03:00 Uhr
- Donnerstag: 17:00–03:00 Uhr
- Freitag: 17:00–03:00 Uhr
- Samstag: 17:00–03:00 Uhr
- Sonntag: 17:00–03:00 Uhr














