Museum Berlin-Karlshorst

In Lichtenberg steht ein Gebäude, das Geschichte nicht nur ausstellt, sondern selbst ist: Im Museum Berlin-Karlshorst unterzeichnete die Wehrmacht in der Nacht zum 9. Mai 1945 die bedingungslose Kapitulation. Bis 1949 saß hier die Sowjetische Militäradministration, und die Dauerausstellung zeigt den Krieg aus deutscher und sowjetischer Sicht.
Museum Berlin-Karlshorst: Wo der Zweite Weltkrieg endete
Das Museum Berlin-Karlshorst steht am historischen Ort, an dem die Oberbefehlshaber von Heer, Marine und Luftwaffe in der Nacht vom 8. auf den 9. Mai 1945 die bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht unterzeichneten, im Beisein von Vertretern der Sowjetunion, der USA, Großbritanniens und Frankreichs. Das Gebäude war Ende der 1930er Jahre als Offizierskasino der Pionierschule I errichtet worden, in den letzten Kriegstagen nutzte die Rote Armee es als Kommandostab. Der Kapitulationssaal ist im Originalzustand erhalten und bildet bis heute das Kernstück des Hauses.
Von 1945 bis 1949 residierte hier der Chef der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland, der obersten Macht in der Sowjetischen Besatzungszone. An diesem Ort endet also nicht nur der Krieg, hier beginnt auch die Vorgeschichte der deutschen Teilung. Im Erdgeschoss zeigen ein Gedenkraum im Zustand von 1967 und das Diorama „Sturm auf den Reichstag”, wie unterschiedlich die Erinnerung an dieses Datum in Ost und West ausgefallen ist.
Dauerausstellung und Freigelände des Museums in Karlshorst
Die Dauerausstellung „Deutschland und die Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg” verteilt sich auf Erd- und Obergeschoss und gliedert sich in zehn Kapitel, die von den deutsch-russischen Beziehungen ab 1914 bis zu Kriegsfolgen und Erinnerung reichen. Sie erzählt den Krieg konsequent aus beiden Perspektiven, der deutschen und der sowjetischen, und das unterscheidet sie von den meisten anderen Geschichtsmuseen der Stadt.
Im Museumsgarten stehen großformatige Waffen- und Panzerensembles aus der sowjetischen Nutzungszeit, dazu die Open-Air-Ausstellung „Die deutsche Kapitulation im Mai 1945″. Das Haus selbst wurde 1967 von den sowjetischen Truppen als Kapitulationsmuseum gegründet und nach deren Abzug neu aufgestellt: 1994 gründete sich der Trägerverein, am 10. Mai 1995 öffnete das Museum für die Öffentlichkeit. Die Beschriftung „Deutsch-Russisches Museum” wurde am 24. Februar 2022 vom Gebäude entfernt.
Top10 Redaktion
Erfahrungsbericht vom 26.10.2026
Preisniveau
Der Eintritt in alle Ausstellungen ist frei. Der Audioguide kostet 3 Euro, ermäßigt 1 Euro.
ÖPNV
S3 bis S Karlshorst, dann Bus 296 bis Museum Karlshorst. Alternativ U5 bis Tierpark und ebenfalls Bus 296.
Highlight
Der im Originalzustand erhaltene Kapitulationssaal und das Freigelände mit großformatiger sowjetischer Militärtechnik.
Führungen
Die öffentliche Museumsführung kostet 8 Euro, ermäßigt 2 Euro, unter 18 Jahren ist sie frei. Der Stadtteilrundgang „Geheimes Karlshorst" durch das ehemalige sowjetische Sperrgebiet kostet ebenfalls 8 Euro.
Audioguide
Verfügbar auf Deutsch, Englisch, Russisch, Ukrainisch, Belarussisch, Französisch und Polnisch.
Barrierefreiheit
Alle Etagen sind über Aufzug und Rampen erreichbar, Rollstühle lassen sich vor Ort ausleihen. Es gibt Informationen in Deutscher Gebärdensprache und in Leichter Sprache.
Trägerschaft
Das Museum wird von einem Verein mit Mitgliedern aus Deutschland, Russland, Belarus und der Ukraine getragen und vollständig aus Bundesmitteln finanziert.
Öffnungszeiten
- Montag: Geschlossen
- Dienstag: 10:00–18:00 Uhr
- Mittwoch: 10:00–18:00 Uhr
- Donnerstag: 10:00–18:00 Uhr
- Freitag: 10:00–18:00 Uhr
- Samstag: 10:00–18:00 Uhr
- Sonntag: 10:00–18:00 Uhr















