Schloss Schönhausen: Pieck und DDR-Geschichte | Top10 Berlin
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Schloss Schönhausen

Niederschönhausen

Schloss Schönhausen in Berlin-Niederschönhausen von der Gartenseite.
© picture alliance / Joko | Joko

In Pankow steht mit Schloss Schönhausen ein Barockbau, in dem preußische und DDR-Geschichte unmittelbar aufeinanderfolgen. Erst Sommersitz der Königin Elisabeth Christine, war es von 1949 bis 1960 Amtssitz von Wilhelm Pieck und danach Gästehaus der DDR-Regierung. 1990 wurden hier die Zwei-plus-Vier-Gespräche zur deutschen Einheit vorbereitet.

Schloss Schönhausen: Vom Barockschloss zum Amtssitz der DDR

Wer deutsch-deutsche Geschichte nicht nur lesen, sondern spüren will, kommt an Schloss Schönhausen nicht vorbei. Das Barockschloss liegt im Berliner Ortsteil Niederschönhausen im Bezirk Pankow und gehört damit zu den bemerkenswertesten historischen Orten der Stadt. Historische Bedeutung erlangte das Schloss zunächst als Sommersitz der Königin Elisabeth Christine, der Gemahlin Friedrichs des Großen, sowie von 1949 bis 1960 als Amtssitz von Wilhelm Pieck, dem ersten und einzigen Präsidenten der DDR. Damit verkörpert es gleich zwei politische Systeme unter einem Dach.

Besonders bemerkenswert ist, dass Schloss Schönhausen heute der einzige Ort ist, an dem die außenpolitische Selbstinszenierung der DDR-Regierung noch authentisch erlebbar ist. So zeigt das Innere etwa das original erhaltene Amtszimmer Wilhelm Piecks. Persönlichkeiten der Weltpolitik wie Leonid Breschnew, Indira Gandhi, Fidel Castro und Michail Gorbatschow waren hier zu Gast, denn von 1964 bis 1990 diente das Haus als Gästehaus der DDR-Regierung.

Geschichte, die bis zur Wiedervereinigung reicht

Schloss Schönhausen spielte auch in der Wendezeit noch eine entscheidende Rolle. In den sogenannten „Zwei-plus-Vier-Gesprächen” zwischen der Sowjetunion, den USA, Frankreich, Großbritannien, der Bundesrepublik Deutschland und der DDR wurde hier die Vereinigung der beiden deutschen Staaten vorbereitet. Damit ist das Schloss nicht nur Zeuge der Teilung, sondern auch der Überwindung dieser Teilung.

Wer das Schloss heute besucht, erlebt also eine außergewöhnlich dichte Schichtung von Geschichte. Original ausgestattete Räume vermitteln authentisch die wechselvolle Geschichte des Hauses. Von 2005 bis 2009 sanierte die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg das Haus nach dem Grundsatz „Konservieren statt rekonstruieren”. Seit Dezember 2009 ist die Dauerausstellung „Zeit(ge)schichten aus 350 Jahren” zu sehen, und der Garten wurde auf den Zustand der 1950er Jahre zurückgeführt.

Top10 Redaktion

Top10 Redaktion

Erfahrungsbericht vom 26.10.2026

Preisniveau

Das Einzelticket kostet 8 Euro, ermäßigt 6 Euro. Die Familienkarte für bis zu zwei Erwachsene und vier Kinder kostet 16 Euro.

ÖPNV

Haltestelle Tschaikowskistraße, fußläufig vom Schlosspark aus erreichbar.

Parkmöglichkeiten

Nur begrenzt Parkplätze vorhanden. Reisebussen wird die Anfahrt über die Ossietzkystraße empfohlen.

Highlight

Das original erhaltene Arbeitszimmer von Wilhelm Pieck, das Kaminzimmer in der Einrichtung von 1978 und der stuckierte Festsaal, die einzige original erhaltene Raumschöpfung des späten Rokoko in Berlin.

Führungen

Gruppenführungen kosten pauschal 120 Euro, für Schulklassen und Studierendengruppen 84 Euro. Dauer 60 Minuten, maximal 25 Personen, auf Deutsch und Englisch.

Audioguide

Die kostenlose App SANSSOUCI bietet Rundgänge auf Deutsch und Englisch, dazu in Deutscher Gebärdensprache, in Leichter Sprache und als Fassung für blinde und sehbehinderte Gäste. Eigene Kopfhörer mitbringen.

Barrierefreiheit

Rollstuhlgeeignet mit Fahrstuhl im Schloss und barrierefreien Toiletten. Assistenzhunde sind willkommen, Kinderwagen in den Ausstellungsräumen nicht erlaubt.

Öffnungszeiten

  • Montag: Geschlossen
  • Dienstag: 10:00–17:30 Uhr
  • Mittwoch: 10:00–17:30 Uhr
  • Donnerstag: 10:00–17:30 Uhr
  • Freitag: 10:00–17:30 Uhr
  • Samstag: 10:00–17:30 Uhr
  • Sonntag: 10:00–17:30 Uhr

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