Museumswohnung WBS 70


In Hellersdorf, ganz tief im Osten Berlins, wartet ein Museum der anderen Art: Die Museumswohnung WBS 70 konserviert DDR-Alltag auf 61 Quadratmetern Plattenbau. Tapeten, Salzstreuer, Schrankwand, alles original. Nirgendwo sonst in Berlin riecht Geschichte so sehr nach Möbelpolitur und Trabant-Nostalgie.
Eine Zeitkapsel aus der DDR: Was euch in der Museumswohnung WBS 70 erwartet
Dieses Museum in Berlin ist kein Museum im klassischen Sinne. Keine Vitrinen, keine Absperrbänder. Stattdessen: eine 61 Quadratmeter große 3-Zimmer-Wohnung, 1986 fertiggestellt vom VEB Wohnungsbaukombinat Cottbus, die bis auf wenige Details in ihren Urzustand versetzt wurde. Heizkörper, Tapeten, Fußbodenbelag, Türbeschläge, Fenster, Toilettenbecken, Lichtschalter, Schrankwand, Wohnzimmerlampe: alles komplett aus DDR-Produktion.
Was uns dabei besonders beeindruckt hat: Man darf die Dinge tatsächlich anfassen. Besucher*innen können mit den Objekten interagieren, auf Stühlen sitzen, Schränke öffnen, in Büchern blättern. Das lässt den Ort noch lebendiger und echter wirken. Voll möbliert und ausgestattet, von der Schreibmaschine bis zum Salzstreuer, ist die Museumswohnung bis heute ein Anziehungspunkt für Gäste aus aller Welt sowie für Film-, Musik- und Fotoproduktionen.
Außerdem gibt es erklärende Tafeln, die kuriose Details enthüllen: Die Einrichtung einer solchen Wohnung kostete zu DDR-Zeiten ein kleines Vermögen, allein der Colormat-Farbfernseher glaubt sich auf 4.200 Mark. Die Miete für die 3-Zimmer-Wohnung betrug dagegen nur 109 Mark im Monat. Solche Kontraste machen den Besuch auch für alle, die die DDR nicht selbst erlebt haben, überraschend greifbar. Sonntags begleiten Zeitzeug*innen außerdem die Führungen und erzählen persönliche Geschichten. Auch viele Gruppen, von Radiozuhörenden über Schulklassen und Unternehmerverbänden bis zu internationalen Delegationen, nutzen die Chance auf diese Zeitreise. Der Eintritt ist frei.
Lage und Wissenswertes
Die Museumswohnung ist die letzte „Platte“, die im Original erhalten ist, alle Einrichtungsgegenstände sind Spenden aus der Nachbarschaft. Als die Häuser im Grabenviertel 2004 saniert wurden, ließen die Eigentümerin Stadt und Land eine der Wohnungen unverändert und richtete sie als Museumswohnung ein. Damit existiert dieses besondere Museum in Berlin seit über 20 Jahren. Geöffnet ist die Museumswohnung WBS 70, Hellersdorfer Straße 179, immer sonntags von 14 bis 16 Uhr, außer an Feiertagen, oder nach vorheriger Absprache. Am besten erreicht man die Museumswohnung WBS 70 mit der U-Bahnlinie 5 bis zum Bahnhof Cottbusser Platz. Etwa 800 Meter nördlich befinden sich die Gärten der Welt, die sich wunderbar mit einem Besuch verbinden lassen.
Top10 Redaktion
Erfahrungsbericht vom 12.05.2026
Ticketpreise
Eintritt frei
Museumsbesuch
ca. 1 h (So 14-16 Uhr)
Parkplätze in der Umgebung
Hellersdorf, meist kostenfrei
ÖPNV
U5 Cottbusser Platz
Öffnungszeiten
- Montag: Geschlossen
- Dienstag: Geschlossen
- Mittwoch: Geschlossen
- Donnerstag: Geschlossen
- Freitag: Geschlossen
- Samstag: Geschlossen
- Sonntag: 14:00–16:00 Uhr
Adresse
Hellersdorfer Straße, 179, 12627, Berlin, Deutschland














