



Im Nikolaiviertel, wenige Gehminuten vom Alexanderplatz entfernt, widmet sich das Hanf Museum Berlin auf rund 300 Quadratmetern als einziges Haus seiner Art in Deutschland der Kulturgeschichte des Cannabis. Botanik, Industriegeschichte, Medizin und Prohibition bekommen hier gleichermaßen Platz, sachlich und ohne erhobenen Zeigefinger.
Das Hanf Museum Berlin: Acht Räume für eine kontroverse Kulturpflanze
Kurioses Museum mit ernstem Hintergrund: das Hanf Museum Berlin
In einem unscheinbaren Stadthaus am Mühlendamm 5 wartet eines der ungewöhnlichsten Museen Berlins. Das Hanf Museum Berlin öffnete am 6. Dezember 1994 seine Türen, getragen vom gemeinnützigen Verein H.A.N.F. e. V. Es ist das einzige Museum seiner Art in Deutschland und weltweit eines von nur vier Häusern, neben Einrichtungen in Bologna, Barcelona und Amsterdam.
Das Hanf Museum Berlin verfügt über acht Ausstellungsräume, die die Pflanzengattung Cannabis aus verschiedenen Perspektiven beleuchten. Dabei steht die Wirkung als Rauschmittel zwar zur Diskussion, ist aber nicht das eigentliche Thema. Stattdessen rücken die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten einer Pflanze in den Vordergrund, die seit 10.000 Jahren kultiviert wird und in Wirtschaft sowie Medizin weiter an Bedeutung gewinnt. Vom Anbau über Textilfasern und Dämmstoffe bis hin zu Kosmetik und Pharmazie deckt die Dauerausstellung ein breites Spektrum ab.
Sonderausstellungen und gesellschaftliche Debatten
Das Museum versteht sich nicht nur als Wissensspeicher, sondern auch als kultureller Akteur. So nutzt das Haus seinen Keller und zusätzliche Ausstellungsflächen für wechselnde künstlerische Beiträge, Gemälde, Medieninstallationen oder thematische Präsentationen sowie für Filmvorführungen und Publikationen rund um Hanf und Cannabis. Zudem greift das Museum aktuelle politische Entwicklungen direkt auf. Die jüngste Sonderausstellung richtet den Blick auf die gesellschaftlichen und persönlichen Folgen der Cannabisprohibition sowie auf die Veränderungen seit der gesetzlichen Neuregelung.
Die Teillegalisierung von Cannabis zu Genusszwecken bestätigt die seit über 30 Jahren laufende Mission des Museums, Hanf in all seinen Facetten zu beleuchten. Wer also glaubt, kuriose Berliner Museen drehten sich nur um Schrulliges ohne Substanz, wird hier eines Besseren belehrt. Das Hanf Museum ist dienstags bis freitags von 10 bis 20 Uhr sowie samstags, sonntags und an Feiertagen von 12 bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 6 Euro, ermäßigt 4 Euro.
Top10 Redaktion
Erfahrungsbericht vom 09.09.2026
Eintritt
Erwachsene 6,00 Euro, ermäßigt 4,00 Euro.
Lage
Mitte, im Nikolaiviertel am Mühlendamm.
Themen
Botanik, Nutzung und Kulturgeschichte der Hanfpflanze auf mehreren Räumen.
Ermäßigung
Gruppen ab 6 Personen zahlen ermäßigt, Kinder unter 10 Jahren frei.
ÖPNV
U2 Klosterstraße, im Nikolaiviertel.
Öffnungszeiten
- Montag: Geschlossen
- Dienstag: 10:00–20:00 Uhr
- Mittwoch: 10:00–20:00 Uhr
- Donnerstag: 10:00–20:00 Uhr
- Freitag: 10:00–20:00 Uhr
- Samstag: 12:00–20:00 Uhr
- Sonntag: 12:00–20:00 Uhr















