
Der Gropius Bau an der Niederkirchnerstraße, direkt an der Grenze zwischen Kreuzberg und Mitte, gehört zu den renommiertesten Ausstellungshäusern Europas. Sein neorenaissance Gebäude aus dem 19. Jahrhundert beherbergt Ausstellungen, die international Maßstäbe setzen.
Ein Haus mit Geschichte – und großem Anspruch
Das im Stil der Neorenaissance gestaltete Gebäude in der Niederkirchnerstraße 7 wurde 1881 als Kunstgewerbemuseum und -schule mit Unterrichtsräumen und Ateliers eröffnet. Was damals als Lehrort für Handwerk begann, ist heute Berlins vielleicht wichtigste Adresse für zeitgenössische Kunst. Das Gebäude steht unmittelbar an der Grenze zum Ortsteil Mitte und befand sich bis 1990 direkt an der Berliner Mauer auf West-Berliner Seite. Diese Geschichte ist dem Gropius Bau noch immer anzusehen: An der zum Teil unverputzten Decke finden sich Spuren von Beschädigungen aus dem Zweiten Weltkrieg.
Der Lichthof als Herzstück
Wer den Gropius Bau betritt, wird zunächst vom Gebäude selbst eingenommen. Das Zentrum des Ausstellungshauses ist der kostenfrei zugängliche Lichthof, in dem neben raumgreifenden Installationen regelmäßig Performances und transdisziplinäre Projekte in Dialog mit der beeindruckenden Architektur treten. Zwischen den Fenstern lassen sich die Wappen der deutschen Länder und wunderschöne Mosaiken entdecken. Danach erst geht es in die Ausstellungsräume – und die haben es in sich.
Diane Arbus: Konstellationen – die aktuelle Ausstellung
Aktuell zeigt der Gropius Bau eine der bedeutendsten Fotografieausstellungen des Jahres. Mit Diane Arbus: Konstellationen zeigt der Gropius Bau ab dem 16. Oktober 2025 die bislang umfangreichste Retrospektive der US-amerikanischen Fotografin (1923–1971). Nach Stationen im LUMA Arles und in der Park Avenue Armory in New York umfasst die Berliner Schau 454 Schwarz-Weiß-Fotografien, viele davon erstmals öffentlich zu sehen. Die Ausstellung verzichtet bewusst auf eine chronologische oder thematische Gliederung. Stattdessen bewegt sich das Publikum durch eine labyrinthische Architektur aus schwarzen Gitterwänden und entdeckt Verbindungen zwischen ikonischen Porträts und weniger bekannten Arbeiten. Erst posthum begann ihr ehemaliger Schüler Neil Selkirk, autorisierte Abzüge aus ihren Originalnegativen herzustellen. Konstellationen vereint nun erstmals alle von Selkirk gefertigten Prints und würdigt Arbus’ Einfluss auf die Anerkennung der Fotografie als eigenständige Kunstform. Die Ausstellung läuft noch bis zum 18. Januar 2026.
Tickets und praktische Infos
Ein Ticket für alle Ausstellungen kostet regulär 15 Euro, ermäßigt 10 Euro. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre haben freien Eintritt. Den Besuch abrunden können Besucher*innen im Beba, dem Restaurant des Gropius Bau, dem Buchladen oder dem Gropius Hain auf der Westseite des Gebäudes.
Top10 Redaktion
Erfahrungsbericht vom 14.10.2026
Öffnungszeiten
- Montag: 12:00–19:00 Uhr
- Dienstag: Geschlossen
- Mittwoch: 12:00–19:00 Uhr
- Donnerstag: 12:00–19:00 Uhr
- Freitag: 12:00–19:00 Uhr
- Samstag: 10:00–19:00 Uhr
- Sonntag: 10:00–19:00 Uhr















