
Das Fotografiska Berlin in Berlin-Mitte ist das zeitgenössische Museum für Fotografie und Fotokunst im legendären Tacheles-Gebäude an der Oranienburger Straße. Auf 5.500 Quadratmetern wechseln internationale Großausstellungen und aufstrebende Berliner Talente sich nahezu monatlich ab. Ein Ort, der Bildkunst mit Gastronomie und Abendprogramm verbindet.
Das Tacheles als neues Zuhause der Fotografie
Das Haus steht an der Ecke Oranienburger Straße und Friedrichstraße und wurde 1909 ursprünglich als Friedrichstraßenpassage eröffnet. In seiner 115-jährigen Geschichte hat das Gebäude alle radikalen politischen und gesellschaftlichen Umbrüche der Stadt überlebt: Es wurde als Kaufhaus gebaut, diente den Nationalsozialisten als Parteibüro und später der NVA. Nach dem Mauerfall 1990 retteten Künstler*inneninitiativen das Gebäude vor dem Abriss und gaben ihm den Namen Tacheles.
Für den Umbau zeichnen Herzog & de Meuron verantwortlich, die Innengestaltung übernahm Studio Aisslinger. Als Kunsthaus Tacheles war das Gebäude ein Symbol der Nachwendezeit, gefüllt mit großflächigen Graffiti, die heute unter Denkmalschutz stehen. Im Fotografiska Berlin beginnt die Ausstellung daher lange vor dem ersten Bild: Das frühere Kunsthaus trägt seine Vergangenheit offen an den Wänden, mit Graffiti, rohen Treppenhäusern und zahllosen Spuren der Berliner Kunstszene, zwischen denen das Museum internationale Fotografie und Medienkunst präsentiert.
Fotografiska Berlin: Wechselausstellungen auf internationalem Niveau
Auf drei Ausstellungsgeschossen zeigt Fotografiska Berlin Werke sowohl renommierter als auch aufstrebender Künstler*innen, von klassischen Prints über digitale Medien bis hin zu multidisziplinären Installationen. Im zweiten Halbjahr 2026 setzt das Haus mit Ausstellungen von Thomas Billhardt, Lauren Greenfield und Roger Ballen auf drei sehr unterschiedliche Positionen, die Fotografie als dokumentarisches, soziales und künstlerisch erweitertes Medium begreifen.
Thomas Billhardt und Lauren Greenfield im Fokus
Die Schau “Die Augen weit offen” richtet den Blick auf das Leben in einem unfreien System, ohne es rückblickend nostalgisch zu verklären: Billhardts Fotografien zeigen Alltag, Anpassung, Protest, Zärtlichkeit, Überleben und soziale Realität in politischen Ordnungen, die größer sind als das einzelne Individuum. Ab dem 26. September 2026 folgt mit “Lauren Greenfield – Social Studies” eine Ausstellung, die sich der Gegenwart digitaler Bild- und Lebenswelten widmet, und untersucht, was es bedeutet, im Zeitalter von Smartphone, Social Media und permanenter Selbstbeobachtung aufzuwachsen. Fotografiska Berlin vergrößert dabei jene Bildräume, die normalerweise auf dem Smartphone-Display stattfinden, auf Lebensgröße: Auf rund 450 Quadratmetern verbindet die Ausstellung Fotografien, Typologien, eine immersive Jugendzimmerinstallation, einen Algorithmenraum und einen Screeningraum.
Öffnungszeiten und Eintritt
Der reguläre Eintritt liegt bei 15 Euro, ermäßigt bei 10 Euro, zum Beispiel für Schüler*innen, Studierende und Personen unter 25 Jahren. Fotografiska Berlin hat täglich bis 23 Uhr geöffnet, sodass sich ein Ausstellungsbesuch problemlos mit einem Abendessen oder einem Drink verbinden lässt. Dafür stehen sieben Etagen zur Verfügung, darunter ein Restaurant, zwei Bars, ein Café, eine Bäckerei, ein Shop und ein Ballsaal.
Top10 Redaktion
Erfahrungsbericht vom 14.10.2026
Öffnungszeiten
- Montag: 10:00–23:00 Uhr
- Dienstag: 10:00–23:00 Uhr
- Mittwoch: 10:00–23:00 Uhr
- Donnerstag: 10:00–23:00 Uhr
- Freitag: 10:00–23:00 Uhr
- Samstag: 10:00–23:00 Uhr
- Sonntag: 10:00–23:00 Uhr















