
Ein ehemaliger Hochbunker aus dem Zweiten Weltkrieg, mitten in Berlin-Mitte, nahe dem Deutschen Theater: Die Boros Collection macht aus Kriegsarchitektur eine der spannendsten Adressen für zeitgenössische Kunst in der Stadt. Seit 2008 lädt das Sammlerpaar Karen und Christian Boros auf 3.000 Quadratmetern zu Führungen durch Berlins außergewöhnlichstes Privatmuseum.
Ein Bunker als Ausstellungsraum in Berlin-Mitte
Der umgebaute Bunker steht wie ein düsterer Klotz an der Ecke Reinhardtstraße und Albrechtstraße, nicht weit vom Deutschen Theater in Berlin-Mitte. Von außen gibt es keine Hinweisschilder, keinen Hinweis darauf, dass sich hier ein Museum verbirgt. Die Werke verteilen sich auf fünf Etagen, die der Architekt Jens Casper in ein Geflecht aus Einzelräumen verwandelt hat, die auf mehreren Ebenen miteinander verbunden sind. Einige Räume wurden zu klassischen White-Cube-Flächen umgestaltet, andere tragen noch Spuren der wechselvollen Vergangenheit des Gebäudes als Gefängnis, Warenlager und Techno-Club. Wer die Boros Collection betritt, spürt diesen Schichtenreichtum sofort.
Collector Christian Boros lebt mit seiner Familie im oberen Teil des Bunkers, während die unteren Etagen die Sammlung beherbergen. Das macht den Ort noch merkwürdiger – und damit noch reizvoller.
Die Boros Collection #5: Neue Ausstellung seit Mai 2026
In der fünften Werkpräsentation seit Mai 2026 zeigt die Boros Collection neu erworbene Arbeiten im Verbund mit Werken aus den frühen 2000er-Jahren. Die Ausstellung vereint 27 zeitgenössische Positionen aus Malerei, Skulptur, Installation und Sound, von denen die Mehrheit kürzlich erworben wurde. Das thematische Leitmotiv der neuen Hängung ist dabei durchaus programmatisch: In einer Gegenwart, in der äußere Ordnung zunehmend instabil wirkt, rücken Innerlichkeit und psychologische Intensivierung als bestimmende Tendenzen zeitgenössischer Kunst in den Vordergrund.
Für die aktuelle Präsentation wurden zusätzliche Wandflächen von Farbe befreit, um weitere Spuren der Baugeschichte sichtbar zu machen. Jede Ausstellung im Bunker enthält außerdem ortsspezifische Arbeiten, die auf die jeweiligen Innenräume und ihre Geschichte Bezug nehmen. Das ist kein Zufall, sondern Konzept: Jedes der ausgestellten Werke wurde von den Künstler*innen selbst installiert und in die jeweilige Präsentationsfläche eingepasst.
Besuch nur mit Führung und Voranmeldung
Die Boros Collection ist donnerstags bis sonntags ausschließlich nach Voranmeldung zugänglich, und aus Sicherheitsgründen kann der Bunker nur in Gruppen von bis zu zwölf Personen besucht werden. Das Ticket kostet 20 Euro, ermäßigt 12 Euro. Die Führungen sind oft lange im Voraus ausgebucht, daher empfiehlt es sich, den Besuch einige Wochen im Voraus anzumelden. Wer so plant, wird mit einem Erlebnis belohnt, das in Berlins Ausstellungslandschaft seinesgleichen sucht.
Top10 Redaktion
Erfahrungsbericht vom 14.10.2026
Öffnungszeiten
- Montag: Geschlossen
- Dienstag: 11:00–15:00 Uhr
- Mittwoch: 11:00–15:00 Uhr
- Donnerstag: 10:00–20:00 Uhr
- Freitag: 10:00–20:00 Uhr
- Samstag: 10:00–20:00 Uhr
- Sonntag: 13:00–18:00 Uhr















