Kino International - Top 10 Ostalgie | Top10 Berlin
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Kino International

Mitte

Abendansicht des Kino International mit seiner strukturierten Fassade, leuchtenden Fenstern und angezeigten Filmtiteln.
Kino International in Berlin bei Dämmerung, beleuchtete Architektur mit großen Fenstern, dekorativer Seitenwand und Lichtern.
© Kino International

Das Kino International an der Karl-Marx-Allee war das Premierenkino der DEFA und ist seit Februar 2026 nach einer Sanierung für rund 15 Millionen Euro wieder in Betrieb. Geblieben sind der schwebende Foyerriegel von 1963, das Betonrelief an den Seitenwänden und die Panoramabar. Für Ostalgie in Berlin ist das der Ort mit der größten Fallhöhe zwischen Beton und Glamour.

Kino International: Das Premierenhaus der DEFA an der Karl-Marx-Allee

Das Kino International steht an der Karl-Marx-Allee 33, hundert Meter vom U-Bahnhof Schillingstraße entfernt und inmitten des Ensembles, das die DDR als sozialistische Prachtstraße anlegen ließ. Josef Kaiser und Heinz Aust entwarfen den dreigeschossigen Stahlbetonbau, der am 15. November 1963 eröffnet wurde. Der Foyerriegel im ersten Obergeschoss kragt weit über den Eingang hinaus und wirkt von der Straße aus, als schwebe er. Über die drei fensterlosen Seitenwände zieht sich das vierzehnteilige Relief mit dem Titel Aus dem Leben heutiger Menschen.

Als Premierenkino der DEFA war das Haus von Beginn an ein politischer Ort. Die Staatsführung hatte ihre eigenen Plätze, 1966 wurde Frank Beyers Spur der Steine drei Tage nach der Premiere verboten, und am 9. November 1989 lief hier Coming Out, der erste DEFA-Film mit offen homosexuellem Thema, während wenige Straßen weiter die Mauer fiel. Seit 1990 steht das Gebäude unter Denkmalschutz, seit 1992 gehört es zur Yorck Kinogruppe.

Sanierung für 15 Millionen Euro und 506 Plätze im großen Saal

2024 schloss das Kino International zum ersten Mal in seiner Geschichte vollständig. Rund fünfzehn Millionen Euro flossen in die Sanierung durch das Büro Dickmann Richter, finanziert aus Eigenmitteln der Yorck Kino GmbH und öffentlicher Förderung. Erneuert wurden Dach, Heiztechnik und Kilometer an Leitungen, der Energiebedarf sank dadurch um etwa siebzig Prozent. Rund sieben Kilometer Wandlamellen aus Kirsche, Ulme und Esche wurden einzeln aufgearbeitet, der über vierhundert Quadratmeter große Premierenvorhang mit seinen Millionen Pailletten von einem zwanzigköpfigen Team restauriert.

Im Februar 2026 ging der Spielbetrieb wieder los, das Grand Opening folgte am 3. März. Der Saal fasst nun 506 Plätze statt der früheren 551, weil die Reihen weiter auseinanderstehen. Projiziert wird mit einem 4K-Laserprojektor, der Ton kommt in Dolby 7.1, Deckenlautsprecher wurden bewusst weggelassen, um die historische Decke nicht anzutasten. In der Panoramabar im ersten Stock hängen wieder die restaurierten böhmischen Kristallleuchter, und der Blick geht über die Karl-Marx-Allee.

Top10 Redaktion

Top10 Redaktion

Erfahrungsbericht vom 27.10.2026

Preisniveau

Normalpreis 13,50 Euro, am wöchentlichen Kinotag 9 Euro. Mit Berlin-Pass oder Berlin-Ticket S kosten alle Filme 7 bis 8 Euro, ermäßigt gibt es 1 Euro Rabatt.

Saal

506 Sitzplätze nach der Sanierung, davor waren es 551. Der größere Reihenabstand und neue Polster haben die Platzzahl verringert.

Architektur

1963 eröffnet, entworfen von Josef Kaiser und Heinz Aust. Über den fensterlosen Seitenwänden liegt das 14-teilige Relief Aus dem Leben heutiger Menschen.

Sanierung

Von 2024 bis Anfang 2026 für rund 15 Millionen Euro saniert, Bauherr war die Yorck Kino GmbH, die Architektur kam von Dickmann Richter.

Technik

4K-Laserprojektor mit 57.000 Lumen und Dolby 7.1. Die historische Decke blieb unangetastet, Deckenlautsprecher wurden bewusst nicht eingebaut.

Panoramabar

Im ersten Obergeschoss, mit restaurierten böhmischen Kristallleuchtern, erneuerter Stuckdecke und Blick über die Karl-Marx-Allee.

Premierenvorhang

Über 400 Quadratmeter groß und mit Millionen Pailletten besetzt, von einem zwanzigköpfigen Team restauriert.

Barrierefreiheit

Ebenerdiger Eingang, Aufzug zu Bar und Saal, rollstuhlgerechte Sanitäranlagen im Erdgeschoss.

ÖPNV

U5 bis Schillingstraße, rund 100 Meter. Die Trams M4, M5, M6 und M8 halten an der Büschingstraße.

Öffnungszeiten

  • Montag: 14:00–00:00 Uhr
  • Dienstag: 14:00–00:00 Uhr
  • Mittwoch: 14:00–00:00 Uhr
  • Donnerstag: 14:00–00:00 Uhr
  • Freitag: 14:00–00:00 Uhr
  • Samstag: 12:00–00:00 Uhr
  • Sonntag: 12:00–00:00 Uhr

Adresse

Karl-Marx-Allee 33, 10178 Berlin, Deutschland

+49 30 322931322

https://www.yorck.de/kinos/kino-international

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