
Zwei neugotische Backsteintürme, die gelbe U1 auf der oberen Ebene und die Spree darunter ergeben eines der bekanntesten Stadtbilder Berlins, dazu East Side Gallery und Spreeufer gleich nebenan. Berühmt wurde die Brücke durch Lola rennt, seither gehört sie zum festen Repertoire, wenn eine Einstellung sofort als Berlin erkennbar sein soll.
Backsteintürme zwischen Kreuzberg und Friedrichshain
Die Oberbaumbrücke verbindet Kreuzberg und Friedrichshain über die Spree, die Adresse auf der Friedrichshainer Seite lautet Stralauer Allee 6. Der U-Bahnhof Warschauer Straße liegt am östlichen Ende, der U-Bahnhof Schlesisches Tor am westlichen, dazwischen fährt die gelbe U1 über die obere Ebene. Die Brücke stammt in ihrer heutigen Form aus den 1890er Jahren, hat zwei neugotische Backsteintürme und war zur Zeit der Teilung Grenzübergang für Fußgänger. Unten laufen Fußgänger und Autos, oben die Hochbahn, und das ergibt ein Bild, das sofort als Berlin lesbar ist, der Grund, warum die Brücke so oft als Filmkulisse auftaucht. Rundherum liegen das Spreeufer, die East Side Gallery und das Gelände an der Warschauer Straße, dazu Anleger für Ausflugsboote auf beiden Seiten. Gebaut wurde die Brücke an der Stelle eines alten Zollübergangs, der Name erinnert an den Baumstamm, mit dem die Wasserstraße nachts gesperrt wurde. Die Türme waren im Krieg zerstört und sind erst in den neunziger Jahren wieder ergänzt worden.
Lola rennt und das Standardrepertoire
Berühmt wurde die Brücke durch Lola rennt. Im Takt der Musik rennt Franka Potente 1998 durch die Stadt, um ihrem Freund das Leben zu retten, und die Oberbaumbrücke ist eine der Stationen, die den Rhythmus des Films tragen. Seither gehört sie zum festen Bildrepertoire, wenn eine Produktion in einer einzigen Einstellung klarmachen will, wo sie spielt. Die Kombination aus Türmchen, Spree und gelbem Zug funktioniert als Kurzform der Stadt, ähnlich wie der rote Doppeldeckerbus in London. Als Filmkulisse ist sie damit das Gegenteil des Tunnels am Messedamm: Dort geht es um Austauschbarkeit, hier um Wiedererkennung. Fotografisch lohnt sich die Brücke besonders vom östlichen Ufer aus, wenn die Bahn gerade einfährt und sich die Türme im Wasser spiegeln. Fußgänger gehen auf der unteren Ebene durch einen gedeckten Gang mit Spitzbögen, der für sich genommen schon ein Motiv ist und oft für Nahaufnahmen genutzt wird. Von dort oben hat man außerdem freie Sicht auf die Molecule Men in der Spree.
Top10 Redaktion
Erfahrungsbericht vom 07.10.2024
Eintritt
Frei zugänglich, die Brücke ist öffentlicher Verkehrsraum.
Lage
Verbindet Kreuzberg und Friedrichshain über die Spree. Adresse auf der Friedrichshainer Seite Stralauer Allee 6.
ÖPNV
Die U1 fährt über die obere Ebene. U-Bahnhof Warschauer Straße im Osten, Schlesisches Tor im Westen, dazu S-Bahn und Straßenbahn M10 an der Warschauer Straße.
Bauwerk
Heutige Form aus den 1890er Jahren, zwei neugotische Backsteintürme, im Krieg zerstört und in den neunziger Jahren wieder ergänzt.
Geschichte
Zur Zeit der Teilung Grenzübergang für Fußgänger zwischen Ost und West.
Filmbezug
Lola rennt aus dem Jahr 1998.
In der Nähe
East Side Gallery, Spreeufer, die Molecule Men in der Spree und Anleger für Ausflugsboote auf beiden Seiten.
Fototipp
Vom östlichen Ufer aus, wenn die Bahn einfährt und sich die Türme im Wasser spiegeln.
Öffnungszeiten
- Ganzjährig geöffnet: durchgehend
Adresse
Stralauer Allee 6, 10245 Berlin, Deutschland
https://www.berlin.de/sehenswuerdigkeiten/3559975-3558930-oberbaumbruecke.html















