Gethsemanekirche - Top 10 DDR hautnah erleben | Top10 Berlin
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Gethsemanekirche

Pankow

© Foto: dpa picture-alliance

Die Gethsemanekirche an der Stargarder Straße wurde 1893 in Anwesenheit des Kaiserpaars eingeweiht und war im Herbst 1989 das Zentrum der Ostberliner Oppositionsbewegung. Vor den Toren brannten Kerzen, drinnen hielten Tausende Mahnwache unter dem Motto Wachet und betet. Hier nahm die Friedliche Revolution in Berlin ihren Anfang.

Gethsemanekirche in Prenzlauer Berg: Backsteinbau mit Kaiserbesuch

Die Gethsemanekirche steht an der Ecke Stargarder Straße und Greifenhagener Straße in Prenzlauer Berg, wenige Minuten vom Bahnhof Schönhauser Allee entfernt und umgeben von der Blockrandbebauung, die Alfred Messel gegenüber für Arbeiterfamilien entwarf. Gebaut wurde sie zwischen 1891 und 1893 nach Plänen von Oberbaurat August Orth, der auch die Zionskirche errichtet hatte. Den Grundstein legte im März 1891 Kaiserin Auguste Viktoria, den Namen wählte Kaiser Wilhelm II. persönlich, und das Kaiserpaar nahm im Februar 1893 auch an der Einweihung teil. Der Klinkerbau ist eine Hallenkirche mit viergeschossigem Westturm und steilem achteckigem Spitzhelm, in der sich neoromanische Rundbogenfenster und eine große Rosette mit neogotischem Kreuzrippengewölbe und Bündelpfeilern mischen. Im Inneren treffen weiße Wände auf Pfeiler in Terrakotta. Die Orgel von 1973 stammt aus der Dresdner Werkstatt Jehmlich und hat 25 Register mit rund 1.872 Pfeifen.

Herbst 1989: Mahnwachen, Verhaftungen und der Ruf nach dem Mauerfall

Ihre Bedeutung für die DDR-Geschichte bekam die Kirche im Herbst 1989, als sie der Bürgerrechtsbewegung als Informationszentrum und Treffpunkt diente. Ab dem 2. Oktober 1989 blieb sie Tag und Nacht offen, Tausende beteiligten sich an den Mahnwachen unter dem Motto Wachet und betet, und der Vorplatz war mit Kerzen bedeckt. Am 7. Oktober, dem vierzigsten Jahrestag der DDR-Gründung, gingen Volkspolizei und Staatssicherheit an der Schönhauser Allee gegen Demonstranten vor. Viele flüchteten in die Kirche, über 1.000 Menschen wurden verhaftet und zum Teil wochenlang festgehalten. Wenige Tage später versammelten sich rund 3.000 Oppositionelle im Kirchenschiff, während die Polizei das Gebäude belagerte. Am 5. November 1989 erklang während eines Konzerts der Ruf, dass die Mauer weg müsse. An diese Wochen erinnern heute das Flachrelief Widerstand von Karl Biedermann aus dem Jahr 1990 und eine Kopie von Ernst Barlachs Bronze Der Geistkämpfer, die das Land Berlin 1994 aufstellen ließ. In der Gethsemanekirche steht außerdem die Holzskulptur Betender Jesus aus der im Grenzstreifen abgerissenen Versöhnungskirche.

Top10 Redaktion

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Erfahrungsbericht vom 26.10.2026

Preisniveau

Der Besuch der Kirche kostet nichts.

Zugang

Vor dem Besuch lohnt ein Anruf unter 030 4457745, da die Kirche nicht durchgehend zugänglich ist.

ÖPNV

U2, S8, S41, S42 und S85 bis Schönhauser Allee, dazu die Tramlinien M1 und 12.

Highlight

Der achteckige Innenraum mit Sterngewölbe, weißen Wänden und Terrakotta-Pfeilern.

Kunst vor Ort

Das Flachrelief Widerstand von Karl Biedermann und eine Kopie von Barlachs Geistkämpfer.

Architektur

Neugotische Hallenkirche aus Klinker nach Plänen von August Orth, eingeweiht 1893.

Orgel

Jehmlich-Orgel von 1973 mit 25 Registern und rund 1.872 Pfeifen.

Öffnungszeiten

  • Mi + Do: 17:00 – 19:00 Uhr
  • So: ab 11:00 Uhr Gottesdienst

Adresse

Stargarder Straße 77, 10437 Berlin, Deutschland

+49 30 4457745

https://ekpn.de/

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