


Die Bösebrücke an der Bornholmer Straße war am Abend des 9. November 1989 der erste Grenzübergang, der sich öffnete, Stunden bevor anderswo die Schlagbäume hochgingen. Die 1916 eröffnete Stahlbrücke steht bis heute, und am östlichen Brückenkopf erinnert der Platz des 9. November 1989 mit Metallreliefs und einem Stück Vorfeldmauer an diese Nacht.
Bösebrücke an der Bornholmer Straße: Die erste offene Grenze
Die Bösebrücke überspannt im Norden Berlins das Bahngelände an der Bornholmer Straße und führt von Prenzlauer Berg hinüber in den Wedding. Gebaut wurde sie ab dem Sommer 1913 und während des Ersten Weltkriegs am 11. September 1916 eröffnet. Mit 138 Metern Länge gilt sie als erste genietete Stahlbrücke Berlins und ist als Baudenkmal eingetragen. Bis 1948 hieß sie Hindenburgbrücke, seither trägt sie den Namen des kommunistischen Widerstandskämpfers Wilhelm Böse, der 1944 hingerichtet wurde. Von 1961 bis 1990 lag am östlichen Brückenkopf der Grenzübergang Bornholmer Straße. Am Abend des 9. November 1989 sammelten sich hier rund 1.000 Menschen, nachdem Günter Schabowski die neue Reiseregelung verkündet hatte. Kurz vor Mitternacht öffnete der Leiter des Übergangs, Oberstleutnant Harald Jäger, eigenmächtig und gegen die Befehlslage die Schlagbäume und stellte die Passkontrollen ein. Es war der erste Übergang, an dem DDR-Bürger an jenem Abend die Grenze passieren konnten.
Platz des 9. November 1989: Gedenkort unter japanischen Kirschbäumen
Seit 2013 trägt der Platz am östlichen Brückenkopf offiziell den Namen Platz des 9. November 1989. Die Landschaftsarchitekten von SINAI haben ihn so gestaltet, dass sich der Ablauf jener Nacht ablesen lässt. In den Boden eingelassene Metallreliefs erzählen den Tagesverlauf von der Pressekonferenz bis zur erzwungenen Öffnung, rostende Stahlbänder markieren den Verlauf der Hinterlandsicherungsmauer, und ein Stück Vorfeldmauer sowie das Fundament eines Wachturms sind erhalten geblieben. Ein Gedenkstein aus einem originalen Mauersegment steht seit dem ersten Jahrestag des Mauerfalls hier und wurde 2010 an seinen heutigen Standort versetzt. Unter der Brücke liegt ein gespaltener Felsblock als Dank für eine japanische Spende, mit der nach 1990 entlang des früheren Todesstreifens Zierkirschen gepflanzt wurden. Acht dieser Bäume stehen auf dem Platz und erinnern an die durchströmenden Menschenmengen, ihre Blüte fällt meist auf Ende April bis Mitte Mai. Drei drehbare Informationstafeln erläutern die Geschichte der Grenzanlage, und an der Bösebrücke selbst erinnert eine Tafel an Willy Brandts Satz, dass Berlin leben und die Mauer fallen werde.
Top10 Redaktion
Erfahrungsbericht vom 26.10.2026
Preisniveau
Brücke und Gedenkort sind öffentlich zugänglich und kostenlos.
ÖPNV
Der S-Bahnhof Bornholmer Straße liegt direkt an der Brücke.
Highlight
Die in den Boden eingelassenen Metallreliefs, die den Ablauf des 9. November 1989 erzählen.
Erhaltene Reste
Ein Stück Vorfeldmauer und das Fundament eines früheren Wachturms.
Information
Drei drehbare und beleuchtete Informationstafeln zur Geschichte des Grenzübergangs.
Beste Zeit
Die japanischen Zierkirschen auf dem Platz blühen meist zwischen Ende April und Mitte Mai.
Lage
Der Gedenkort liegt am östlichen Brückenkopf auf der Seite von Prenzlauer Berg.
Öffnungszeiten
- Montag: 24 Stunden geöffnet
- Dienstag: 24 Stunden geöffnet
- Mittwoch: 24 Stunden geöffnet
- Donnerstag: 24 Stunden geöffnet
- Freitag: 24 Stunden geöffnet
- Samstag: 24 Stunden geöffnet
- Sonntag: 24 Stunden geöffnet
Adresse
Bornholmer Straße 55, 10439 Berlin, Deutschland















