


An der Bösebrücke, zwischen Prenzlauer Berg und Gesundbrunnen, fiel am 9. November 1989 zum ersten Mal die Berliner Mauer. Hier, an diesem schlichten Stahlbogen über den S-Bahn-Gleisen, begann das Ende der DDR.
Wo Geschichte greifbar wird: Die Bösebrücke als DDR-Gedenkort
Die unter Denkmalschutz stehende Bösebrücke wurde 1916 als Hindenburgbrücke eröffnet und erhielt 1948 ihren heutigen Namen. Weltberühmt wurde sie am 9. November 1989, als der Grenzübergang Bornholmer Straße an ihrem östlichen Ende der erste Übergang in Ost-Berlin war, der für DDR-Bürger*innen geöffnet wurde. Wer die DDR Geschichte Berlins wirklich spüren will, sollte hier herkommen.
Nordöstlich der Bösebrücke befindet sich auf dem Gelände des ehemaligen Grenzübergangs der Platz des 9. November 1989 mit einer Open-Air-Ausstellung zu den historischen Ereignissen und dem Aufbau der Grenzübergangsstelle. Der Platz wird von einem Stück der Hinterlandsicherungsmauer begrenzt, und eine im Boden eingelassene Zeitachse weckt Erinnerungen an den historischen Tag des Mauerfalls. Was wir besonders bewegend fanden: Man steht tatsächlich auf dem ehemaligen Kolonnenweg der DDR-Grenztruppen.
Eine Kunstinstallation mit dem Titel „Mind the Gap” erinnert ebenfalls an den 9. November 1989. In das rote Kunstobjekt sind Lautsprecher eingebaut, aus denen das Wort „Wahnsinn” tönt, denn es ist kaum zu fassen, wie friedlich der Mauerfall hier vonstatten ging.
Eine interaktive Smartphone-Tour führt anhand von historischen Fotos, einem Zeitzeugeninterview und originalen Tonaufnahmen durch die ehemalige Grenzübergangsstelle. Die Tour richtet sich vor allem an Jugendliche ab 13 Jahren und lässt die Ereignisse des 9. November 1989 mit einem Hörspiel und einem Interview mit dem damaligen Oberstleutnant Harald Jäger lebendig werden. Somit lohnt sich der Besuch für Familien wie für Geschichtsinteressierte gleichermaßen.
Lage und Fakten zur Bösebrücke
Die Bösebrücke ist eine Bogenbrücke in Berlin und verbindet über die Gleise der Fern- und S-Bahn die Ortsteile Prenzlauer Berg und Gesundbrunnen. Der Bau der ersten Nickelstahlbrücke Berlins begann 1912 und kostete eine Million Reichsmark. Auf dem ehemaligen Mauerstreifen unterhalb der Bösebrücke verläuft heute ein Teilstück des Berliner Mauerweges. In der Nähe befinden sich außerdem die Gedenkstätte Berliner Mauer an der Bernauer Straße sowie der Mauerpark, was die Bösebrücke zu einem natürlichen Startpunkt für eine DDR-Erkundungstour durch den Norden Berlins macht.
Top10 Redaktion
Erfahrungsbericht vom 12.05.2026
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