
Der Rodelberg im Volkspark Humboldthain ist nicht die Humboldthöhe, sondern der kleine Bunkerberg am Südrand des Parks, gewachsen über einem gesprengten Flakleitturm. Der große Nachbarberg trägt den erhaltenen Gefechtsturm mit Aussichtsplattform, Kletterwand und Fledermausquartier - und in Mitte sind Rodelbahnen offiziell gar nicht mehr ausgewiesen.
Ein Park von 1869 und zwei Flaktürme
Der Volkspark Humboldthain im Wedding wurde am 14. September 1869 begonnen, dem hundertsten Geburtstag Alexander von Humboldts, war ab 1872 nutzbar und 1876 fertig. Gestaltet hat ihn Gustav Meyer, ein Schüler Lennés; die 29 Hektar stehen heute als Gartendenkmal unter Schutz. Von 1941 an veränderten zwei Flaktürme das Gelände vollständig: ein Gefechtsturm und ein Leitturm mit Radaranlage, verbunden durch einen Kabelkanal von anderthalb Metern Durchmesser. Bis zu 3.200 Menschen arbeiteten am Bau, darunter Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene. Der kleine Leitturm stürzte 1947 ein, den großen sprengten französische Pioniere 1948 gleich zweimal; die beiden südlichen Ecktürme fielen, die nördlichen blieben stehen, weil sie die Ringbahn schützen sollten. Über die Trümmer kamen bis 1951 rund 1,6 Millionen Kubikmeter Schutt, angeliefert per Trümmerbahn. Günther Rieck entwarf den neuen Park, auf die Hügel kam Muttererde, und es wurden viele junge Bäume gepflanzt, weil der alte Bestand abgeholzt worden war. Von der langen Geschichte des Parks zeugt außerdem die Himmelfahrtkirche, die 1893 eingeweiht, nach dem Krieg gesprengt und 1956 im südlichen Teil neu errichtet wurde.
Der kleine Bunkerberg am Südrand ist der Rodelhang
Wichtig für alle, die mit dem Schlitten kommen: Gerodelt wird im Volkspark Humboldthain nicht auf der 85 Meter hohen Humboldthöhe im Norden, sondern auf dem kleinen Bunkerberg am Südrand, der über dem eingestürzten Leitturm entstanden ist. Die Adresse an der Hochstraße führt genau dorthin. Der Bezirk Mitte weist in seinen Grünanlagen seit einem Beschluss von 2021 allerdings gar keine Rodelbahnen mehr aus; die Flächen werden nur noch im Rahmen der üblichen Pflege ausgebessert. Gerodelt wird hier trotzdem, und bei Schnee herrscht Hochbetrieb – beaufsichtigt ist nichts, die Nutzung erfolgt auf eigene Gefahr. Der Weg auf die Humboldthöhe lohnt sich danach: Auf der Deckplatte des erhaltenen Gefechtsturms liegt eine Aussichtsplattform mit Erklärungstafeln, von der aus bei klarer Luft die weißen Radarkuppeln des Teufelsbergs zu sehen sind. Die Außenwände der Nordtürme nutzt der Deutsche Alpenverein zum Sportklettern, im Inneren überwintern rund 250 Fledermäuse, und der Rosengarten zählt etwa 15.000 Rosen in 70 Sorten. Der Bahnhof Gesundbrunnen mit S-Bahn, U8 und Regionalzügen liegt direkt nebenan. Zum Park gehören außerdem ein Sommerbad mit Fünfzig-Meter-Becken, ein Abenteuerspielplatz und ein 1981 angelegter Wassergarten.
Top10 Redaktion
Erfahrungsbericht vom 07.10.2024
Eintritt
Der Volkspark Humboldthain ist frei zugänglich, das Rodeln kostet nichts.
Welcher Berg
Gerodelt wird nicht auf der Humboldthöhe im Norden, sondern auf dem kleinen Bunkerberg am Südrand des Parks, der über dem eingestürzten Leitturm entstanden ist.
Sicherheit
Der Bezirk Mitte weist in seinen Grünanlagen seit einem Beschluss von 2021 keine Rodelbahnen mehr aus. Gerodelt wird hier trotzdem, die Nutzung erfolgt auf eigene Gefahr.
Der Hang
Der Hang hat steilere Passagen und ist für sehr kleine Kinder weniger geeignet. Bei Schnee herrscht Hochbetrieb.
Geschichte
Von 1941 an entstanden im Park ein Gefechtsturm und ein Leitturm mit Radaranlage, am Bau arbeiteten bis zu 3.200 Menschen, darunter Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene. Der Leitturm stürzte 1947 ein, der große Turm wurde 1948 gesprengt.
Der Park
Begonnen am 14. September 1869, dem hundertsten Geburtstag Alexander von Humboldts, gestaltet von Gustav Meyer und 1876 fertiggestellt. Die 29 Hektar stehen als Gartendenkmal unter Schutz.
Humboldthöhe
Der nördliche Trümmerberg misst 85 Meter. Auf der Deckplatte des erhaltenen Gefechtsturms liegt eine Aussichtsplattform mit Erklärungstafeln.
Aussicht
Bei klarer Luft sind vom Flakturm aus die weißen Radarkuppeln des Teufelsbergs zu erkennen.
Klettern
Die Außenwände der Nordtürme nutzt der Deutsche Alpenverein zum Sportklettern.
Fledermäuse
Im Inneren des Gefechtsturms überwintern rund 250 Fledermäuse. Führungen durch Teile des Turms sind mit Helm möglich und dauern etwa 90 Minuten.
Weitere Angebote
Rosengarten mit rund 15.000 Rosen in 70 Sorten, Sommerbad mit Fünfzig-Meter-Becken und großer Rutsche, ein Abenteuerspielplatz und ein 1981 angelegter Wassergarten.
Verkehr und Kontakt
Der Bahnhof Gesundbrunnen mit S1, S2, S25, S26, S41, S42, der U8 und Regionalzügen liegt direkt am Park, dazu die Buslinie 247. Hochstraße 7, 13355 Berlin.
Öffnungszeiten
- durchgehend befahrbar: wenn Schnee
Adresse
Hochstraße 7, 13355 Berlin, Deutschland


















