

Der Rodelberg Grunewald an der Onkel-Tom-Straße ist der einzige Hügel dieser Liste, der kein Trümmerberg ist: Er gehört zu einer eiszeitlichen Schmelzwasserrinne und liegt im Fischtalpark, einem Gartendenkmal von 1925. Die ersten rund fünfzig Meter sind steil, der untere Abschnitt wird breiter und flacher und ist damit auch für kleine Kinder geeignet.
Ein eiszeitlicher Hang im Gartendenkmal Fischtalpark
Der Rodelberg Grunewald liegt an der Onkel-Tom-Straße in Zehlendorf, am Rand des Fischtalparks. Anders als die Berliner Trümmerberge ist er nichts Aufgeschüttetes: Das Gelände gehört zu einer eiszeitlichen Schmelzwasserrinne, zu der auch der Thielpark und der Schwarze Grund zählen, und war früher eine Waldweide, auf der die Bauern ihr Vieh hielten. Der Hang ist in den Rand des südlichen, birnenförmigen Parkteils integriert, an der Riemeisterstraße verläuft eine natürliche Bodenschwelle. Als Park entstand das Gelände, nachdem der Jansen-Plan 1910 hier einen Grünzug ausgewiesen hatte; Emil Schubert, Zehlendorfs erster Gartendirektor, entwickelte 1912 das Konzept, die ersten Bäume wurden 1919 gepflanzt, und von 1925 bis 1929 gestaltete Max Dietrich den Park weitgehend nach Schuberts Plan. Der Fischtalteich im südlichen Teil wurde dabei mittig verlegt, vergrößert und mit Schilf umpflanzt; er diente einmal als Viehtränke, gefischt wurde darin wohl nie. 9,2 Hektar ist der Park groß und steht als Gartendenkmal unter Schutz.
Oben steil, unten breit und flach
Die Abfahrt am Rodelberg Grunewald ist etwa 150 Meter lang und teilt sich deutlich: Die ersten rund fünfzig Meter sind steil und vereisen leicht, der untere Abschnitt wird breiter und flacher und eignet sich dort auch für kleine Kinder. Wer mit den Jüngsten kommt, bleibt also besser unten. Beaufsichtigt wird der Hang nicht, gerodelt wird auf eigene Gefahr. Rundherum lohnt sich das Viertel: Direkt angrenzend liegt die Siedlung am Fischtalgrund, die die GAGFAH 1928 zu ihrem zehnjährigen Bestehen errichten ließ und im selben Jahr als Versuchssiedlung öffentlich zeigte. Siebzehn Architekten bauten hier 29 individuell gestaltete Hausgruppen, unter der Koordination von Heinrich Tessenow und mit Namen wie Hans Poelzig und Paul Schmitthenner; der Gegensatz zur benachbarten Waldsiedlung Onkel Toms Hütte löste den sogenannten Zehlendorfer Dächerstreit aus. Gleich am Hang erinnert der Sprungschanzenweg mit seinem Namen an eine frühere Skisprungschanze. Zwei Spielplätze gehören zum Park, einer davon stammt aus der Entstehungszeit, daneben steht seit 1939 eine hölzerne Schutzhütte. Parkplätze gibt es kaum, der barrierefreie U-Bahnhof Onkel Toms Hütte liegt dafür in Gehweite.
Top10 Redaktion
Erfahrungsbericht vom 18.06.2024
Eintritt
Der Fischtalpark ist frei zugänglich, das Rodeln kostet nichts.
Der Hang
Die Abfahrt ist etwa 150 Meter lang. Die ersten rund fünfzig Meter sind steil und vereisen leicht, der untere Abschnitt wird breiter und flacher.
Für welches Alter
Der flache untere Abschnitt eignet sich auch für kleine Kinder. Der steile Oberteil ist etwas für geübte Schlittenfahrer.
Sicherheit
Keine beaufsichtigte Anlage, die Nutzung erfolgt auf eigene Gefahr. Besonders der vereiste obere Abschnitt verlangt Aufmerksamkeit.
Kein Trümmerberg
Anders als die meisten Berliner Rodelberge ist dieser Hang eine natürliche Geländeform. Er gehört zu einer eiszeitlichen Schmelzwasserrinne und war früher Waldweide.
Der Park
Der Fischtalpark umfasst 9,2 Hektar und steht als Gartendenkmal unter Schutz. Emil Schubert entwickelte 1912 das Konzept, von 1925 bis 1929 gestaltete Max Dietrich den Park.
Fischtalteich
Der Teich im südlichen Parkteil wurde beim Parkbau verlegt, vergrößert und mit Schilf umpflanzt. Er diente früher als Viehtränke.
Für Kinder
Zwei Spielplätze, einer am Nordeingang an der Waltraudstraße, einer am Südostende. Daneben steht seit 1939 eine hölzerne Schutzhütte.
In der Nähe
Die Siedlung am Fischtalgrund von 1928 mit 29 individuell gestalteten Hausgruppen und die Waldsiedlung Onkel Toms Hütte. Der Sprungschanzenweg erinnert an eine frühere Skisprungschanze.
Einkehr
Im Park selbst gibt es keine Gastronomie. In der Ladenpassage am U-Bahnhof Onkel Toms Hütte finden sich Imbiss, Cafés und Bäckereien.
Parken
Eigene Parkplätze gibt es kaum, geparkt wird am Straßenrand. Die Anfahrt mit der U-Bahn ist die bessere Wahl.
Verkehr und Kontakt
Der U-Bahnhof Onkel Toms Hütte an der U3 liegt in Gehweite und ist barrierefrei, dort besteht Umstieg zur Buslinie 118. Onkel-Tom-Straße 50, 14169 Berlin.
Öffnungszeiten
- Täglich: 24h geöffnet
Adresse
Onkel-Tom-Straße 50, 14169 Berlin, Deutschland


















