
In Prenzlauer Berg, auf der Oderberger Straße, steckt das Otto hinter einer schmalen Fassade: ein 19-Sitzer-Tresen-Restaurant, das mit neuer deutscher Küche, konsequenter Regionalität und Naturweinen beweist, dass weniger manchmal alles ist.
Vom Biosphärenreservat auf den Teller
Küchenchef Vadim Otto Ursus ist in Berlin aufgewachsen und hat in Küchen rund um den Globus gearbeitet – unter anderem im Koks auf den Färöer-Inseln, im Maaemo in Oslo und im Noma in Kopenhagen. Dieses Handwerk bringt er nun konsequent nach Hause. Die saisonale À-la-carte-Karte besteht aus kleinen Tellern zum Teilen, deren Zutaten überwiegend von kleinen Bio-Höfen, Erzeuger und Jäger aus dem Biosphärenreservat Schorfheide stammen. Darüber hinaus betreibt Ursus in der Schorfheide-Chorin ein Testküchenlabor namens B34, wo er mit Fermentation und anderen Konservierungstechniken experimentiert – stets mit dem Ziel, tief im Geschmack zu bleiben und trotzdem bodenständig zu kochen. Auf dem Teller landet dann, was die Saison hergibt: Gurken mit Brandenburger Rohmilchbutter, Wildschwein-Tatar mit fermentierten Tomaten, ganz gebratener Saibling mit Wildkräutern oder Rohmilcheiscreme mit eingemachten Holunderbeeren.
Otto Berlin: Brutalismus trifft auf warme Gastfreundschaft
Rohe Betonwände und schlichtes Holzmobiliar geben dem winzigen Innenraum einen nordischen Charakter – was angesichts der internationalen Biografie des Küchenchefs wenig überrascht. Wer kann, sollte sich allerdings einen Platz am Tresen mit direktem Blick in die erstaunlich kleine Küche sichern. Denn dort lässt sich live verfolgen, wie aus wenigen, präzise ausgewählten Zutaten etwas Außergewöhnliches entsteht. Die offene Küche schickt saisonale, moderne und reduzierte Gerichte mit nordischen Einflüssen, allesamt aus lokalen Zutaten – wählbar als Sharing-Menü oder à la carte. Dazu kommt eine kurze, aber sorgfältig zusammengestellte Weinkarte mit einer Vorliebe für Natur- und Orangeweine. Weil das Otto so klein ist, empfiehlt sich eine Reservierung weit im Voraus. Dieses sehr beliebte Restaurant hat nur begrenzte Sitzplätze. Donnerstag bis Montag ist geöffnet, dienstags und mittwochs bleibt die Küche kalt.
Top10 Redaktion
Erfahrungsbericht vom 16.07.2026
Preisniveau
Kleine saisonale à-la-carte-Karte mit Tellern zum Teilen im gehobenen Nachbarschaftsformat.
Küche
Moderne, unprätentiöse saisonale Küche mit Zutaten überwiegend aus dem Biosphärenreservat Schorfheide und dem eigenen Garten.
ÖPNV
Nächste Station U2 Eberswalder Straße, nur wenige Schritte entfernt.
Reservierung
Reservierung dringend empfohlen, das kleine Lokal ist regelmäßig ausgebucht.
Highlight
Küchenchef Vadim Otto Ursus kocht in offener Küche mit Tresenplätzen, viel Eigenanbau und natürlichen Weinen.
Öffnungszeiten
- Montag: 18:00–23:00 Uhr
- Dienstag: 18:00–23:00 Uhr
- Mittwoch: 18:00–23:00 Uhr
- Donnerstag: 18:00–23:00 Uhr
- Freitag: 18:00–23:00 Uhr
- Samstag: 18:00–23:00 Uhr
- Sonntag: 18:00–23:00 Uhr





