

Mitten in Köpenick versteckt sich Berlins wohl ältester und kleinster Kiez: der Fischerkietz. Denkmalgeschützte Fischerhäuser, kopfsteingepflasterte Gassen direkt an der Dahme und über 650 Jahre Geschichte machen dieses Stück Alt-Köpenick zu einem überraschenden Kulturort, der kaum nach Großstadt aussieht.
Fischerkietz: Wo Berlins Kiez-Begriff seinen Ursprung hat
Der Fischerkietz ist wahrscheinlich der kleinste Kiez Berlins und zugleich einer der ältesten. Seine Geschichte reicht zurück bis ins 13. Jahrhundert, die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1375. Dabei ist das Wort “Kiez”, das heute ganz Berlin kennt, kein Zufall: Die Bezeichnung geht auf das slawische Wort “chyca” zurück, was schlicht Fischerhütte bedeutet. Wer das also nächste Mal von seinem “Kiez” spricht, denkt im Grunde an ein Fischerdorf in Köpenick.
Die kleine Siedlung liegt direkt an der Dahme und zeichnet sich durch enge, kopfsteingepflasterte Gassen sowie charakteristische Fischerhäuser aus. Das denkmalgeschützte Ensemble besteht aus etwa zwei Dutzend Häusern, die teilweise noch aus dem 18. und 19. Jahrhundert stammen. In manchen Fenstern und über manchen Türen finden sich noch Fischverzierungen und Fischfiguren, die an die Vergangenheit erinnern. Wer hier entlangläuft, bemerkt schnell: Der Fischerkietz folgt seinen eigenen Regeln. Die “Breite Gasse” etwa bleibt für Tourist*innen geschlossen, sobald die Sonne in der Dahme versunken ist.
Kietzer Sommer und lebendige Nachbarschaft
So still der Fischerkietz im Alltag wirkt, so lebendig wird er einmal im Jahr. Seit 1998 feiert man hier den Kietzer Sommer, ein Fest, das wie kein zweites die Identität dieses Kiezes widerspiegelt. Zwei Bühnen bespielen die Gassen des historischen Fischerkietz, Marktmeile, Hoftheater, Straßenmusik und über 2.000 hausgemachte Kietzwürste machen den Tag zu einem typischen Köpenicker Sommererlebnis, dessen Abschluss ein Feuerwerk über dem Wasser bildet. Der Eintritt ist frei, getragen vom Kietzer Sommer e.V. und vielen ehrenamtlichen Helfer*innen aus der Nachbarschaft.
Darüber hinaus hat der Kietz auch abseits des Festes einiges zu bieten. Tourist*innen können im Fischerkietz übernachten, ein paar Meter hinter den Fischerhütten im Flussbad Gartenstraße in die Dahme springen oder im Restaurant Krokodil mit Blick aufs Wasser die Seele baumeln lassen. Wer außerdem glaubt, Berliner Kulturorte seien immer laut und zentral, findet hier also einen leisen, doch beeindruckenden Gegenbeweis.
Top10 Redaktion
Erfahrungsbericht vom 17.09.2026
Öffnungszeiten
- Ganzjährig geöffnet: durchgehend
Adresse
Kietz 15, 12557 Berlin, Deutschland














