Neues Museum - Top 10 Museen der Superlative | Top10 Berlin
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Neues Museum

Mitte

© Foto: Staatliche Museen zu Berlin | Achim Kleuker

Das Neues Museum auf der Berliner Museumsinsel gehört seit 1999 zum UNESCO-Welterbe, und sein Wiederaufbau durch David Chipperfield wurde 2011 mit dem EU-Preis für zeitgenössische Architektur ausgezeichnet. Drinnen stehen die Büste der Nofretete und der 74 Zentimeter hohe Berliner Goldhut aus der Spätbronzezeit, getrieben aus einem nahtlosen Blech.

Sechzig Jahre Ruine, dann ein preisgekrönter Wiederaufbau

Das Neues Museum steht an der Bodestraße auf der Museumsinsel, dem Ensemble, das die UNESCO 1999 nach den Kriterien zwei und vier in die Welterbeliste aufnahm. Gebaut wurde es nach Plänen von Friedrich August Stüler, die Grundsteinlegung fand am 6. April 1843 statt, eröffnet wurde 1855. Im Zweiten Weltkrieg traf es das Haus härter als jedes andere Gebäude der Insel: Gebäudeteile stürzten ein, das Treppenhaus wurde vollständig zerstört, und danach stand die Ruine über sechzig Jahre. Der Wiederaufbaubeschluss fiel 1985, die Notsicherung begann 1989, der Masterplan folgte 1999. Von 2000 bis 2009 bauten David Chipperfield Architects gemeinsam mit dem Restaurierungsarchitekten Julian Harrap das Haus wieder auf, und zwar nach einem Prinzip, das international Schule gemacht hat: Verlorene Teile wurden nicht kopiert, sondern modern ergänzt, Kriegsspuren blieben sichtbar. Rund 200 Millionen Euro kostete das bei einem Budget von 233 Millionen. 2011 erhielt der Bau den Preis der Europäischen Union für zeitgenössische Architektur, den Mies van der Rohe Award.

Nofretete, ein Goldhut und Schliemanns trojanische Funde

Das Neues Museum vereint zwei große Sammlungen unter einem Dach: das Ägyptische Museum und Papyrussammlung sowie das Museum für Vor- und Frühgeschichte. Das bekannteste Stück ist die Büste der Nofretete, 49 mal 24,5 mal 35 Zentimeter groß, aus bemaltem Kalkstein mit Stuck, schwarzem Bienenwachs und Bergkristall, datiert auf die Jahre 1351 bis 1334 vor Christus. Ludwig Borchardt fand sie 1912 in Amarna, 1920 kam sie als Schenkung von James Simon ins Haus. Fast ebenso spektakulär ist der Berliner Goldhut: 74 Zentimeter hoch, aus einem einzigen nahtlosen Goldblech getrieben und punziert, entstanden zwischen 1000 und 800 vor Christus. Dazu kommen der Neandertaler-Schädel von Le Moustier mit der Gesichtsrekonstruktion eines elfjährigen Jungen und Heinrich Schliemanns Sammlung trojanischer Altertümer. Die Papyrussammlung ist die zahlenmäßig größte Gruppe des Hauses und enthält Originalhandschriften von Homers Ilias und zwei vollständige Fassungen des Sinuhe-Romans. Der Besuchereingang liegt in der James-Simon-Galerie, dort ist auch die Garderobe; der Zugang über den Kolonnadenhof funktioniert nur mit gültigem Ticket.

Top10 Redaktion

Top10 Redaktion

Erfahrungsbericht vom 11.05.2026

Superlativ

Teil des UNESCO-Welterbes Museumsinsel, eingetragen 1999

Auszeichnung

Wiederaufbau 2011 mit dem EU-Preis für zeitgenössische Architektur und dem Mies van der Rohe Award geehrt

Sammlungen im Haus

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung sowie Museum für Vor- und Frühgeschichte

Hauptwerk

Büste der Nofretete, 49 mal 24,5 mal 35 Zentimeter, bemalter Kalkstein, 1351 bis 1334 vor Christus

Hauptwerk

Berliner Goldhut, 74 Zentimeter hoch, aus einem nahtlosen Goldblech, 1000 bis 800 vor Christus

Weitere Stücke

Neandertaler-Schädel von Le Moustier und Schliemanns Sammlung trojanischer Altertümer

Architektur

Friedrich August Stüler, Grundsteinlegung 1843, Eröffnung 1855

Wiederaufbau

David Chipperfield Architects mit Julian Harrap, 2000 bis 2009

Baukosten

Rund 200 Millionen Euro bei einem Budget von 233 Millionen Euro

Eintritt

14 Euro, ermäßigt 7 Euro; unter 18 Jahren frei

Kombiticket

Museumsinsel-Ticket für 24 Euro, gültig für sechs Häuser und das Panorama

Eingang und ÖPNV

Besuchereingang James-Simon-Galerie; U-Bahn Museumsinsel, S-Bahn Hackescher Markt, Tram Am Kupfergraben

Öffnungszeiten

  • Montag: Geschlossen
  • Dienstag: 10:00–18:00 Uhr
  • Mittwoch: 10:00–18:00 Uhr
  • Donnerstag: 10:00–18:00 Uhr
  • Freitag: 10:00–18:00 Uhr
  • Samstag: 10:00–18:00 Uhr
  • Sonntag: 10:00–18:00 Uhr

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