


Der Strausberger Platz zählt zu den Fotospots Berlins mit der klarsten Blickachse: Zwei Hochhäuser mit je 14 Geschossen schließen den 90 Meter breiten Zug der Karl-Marx-Allee ab, ringsum steht Zuckerbäckerstil der 1950er Jahre. Der Platz ist Gartendenkmal. Das Wasserspiel Schwebender Ring ist derzeit abgebaut. Die Neugestaltung ist für 2027 bis 2029 geplant.
Der Strausberger Platz als Fotospot an der Karl-Marx-Allee
Die Bebauung begann 1952 unter Leitung eines Kollektivs um Hermann Henselmann, der als Chefarchitekt zeichnete. Die Grundsteinlegung für die damalige Stalinallee fand am 3. Februar 1952 statt, bis etwa 1958 wurde gebaut, und seit dem 13. November 1961 heißt der Boulevard Karl-Marx-Allee. Er ist rund zwei Kilometer lang und wurde auf 90 Meter verbreitert, unter anderem für Aufmärsche. Den Platz fassen überwiegend achtgeschossige Bauten mit Läden im Erdgeschoss, seine vier Straßenausgänge sind torartig gestaltet. Nach Westen schließen zwei Hochhäuser mit je 14 Geschossen den Raum: das Haus Berlin und das Haus des Kindes, letzteres 1952 bis 1954 vom Architektenkollektiv Henselmann errichtet und genau auf die Achse der Allee ausgerichtet, mit einem Wandbild von Bert Heller im Foyer. Der Stil ist sozialistischer Klassizismus, orientiert an sowjetischen Vorbildern und an Schinkel, im Volksmund Zuckerbäckerstil. Vorbild für die Hochhäuser war Henselmanns Bau an der Weberwiese von 1951.
Fotospot Strausberger Platz: Blickachse, Hochhäuser und Gartendenkmal
Daraus ergibt sich die Blickachse, die den Ort für die Kamera ausmacht: der breite Zug der Allee, die symmetrische Platzfassung und die beiden Türme als Abschluss Richtung Alexanderplatz. Der ovale Platz wurde 1967 aufwendig gestaltet und ist heute Gartendenkmal innerhalb des denkmalgeschützten Ensembles der Karl-Marx-Allee, ein Zeugnis der Nachkriegsmoderne. Ein Motiv fehlt allerdings derzeit: Das Wasserspiel Schwebender Ring von Fritz Kühn und Heinz Graffunder ist seit Juni 2024 abgebaut, die Kupferplatten werden restauriert und bleiben eingelagert, das Becken liegt leer. Die Neugestaltung des Platzes ist für die Jahre 2027 bis 2029 vorgesehen und hängt daran, dass die BVG zuvor den U5-Tunnel unter der Mittelinsel saniert. Weil die Insel von einem Kreisverkehr umgeben ist, entstehen Aufnahmen ohnehin vom Gehweg und aus dem Umfeld der Kreuzung. An der Baustelle am Strausberger Platz begann im Juni 1953 der Protest der Bauarbeiter gegen höhere Normen, aus dem der Aufstand vom 17. Juni wurde.
Top10 Redaktion
Erfahrungsbericht vom 20.10.2026
Eintritt
Kostenlos, öffentlicher Raum
Zugang
Die Mittelinsel liegt in einem Kreisverkehr, Aufnahmen entstehen vom Gehweg aus
Architektur
Bebauung ab 1952 unter Hermann Henselmann, zwei Hochhäuser mit je 14 Geschossen
Denkmalschutz
Gartendenkmal innerhalb des denkmalgeschützten Ensembles Karl-Marx-Allee
ÖPNV
U5 bis Strausberger Platz, Bus 142 und Nachtbus N5
Fotoregeln
Private Aufnahmen frei, gewerbliche Aufnahmen sind beim Bezirksamt erlaubnispflichtig
Drohnen
Im Flugbeschränkungsgebiet um den Reichstag ohne Erlaubnis nicht zulässig
Aktuell
Das Wasserspiel Schwebender Ring ist seit Juni 2024 abgebaut, die Neugestaltung ist für 2027 bis 2029 geplant
Öffnungszeiten
Adresse
Strausberger Platz 12, 10243 Berlin, Deutschland


















