








Charlottenburg hat einen Geheimstar: die orange gekachelte Unterführung am Messedamm. Was im Alltag wie ein schmuddelig-vergessener Fußgängertunnel neben dem ICC wirkt, hat schon mehr Hollywood-Produktionen als so manches Berliner Wahrzeichen gesehen. Mit dabei: Die Bourne Verschwörung, Die Tribute von Panem und Atomic Blonde.
Warum dreht Hollywood ausgerechnet hier?
Die Unterführung Messedamm liegt unterhalb der Kreuzung Masurenallee, Neue Kantstraße und Messedamm in Berlin, direkt nördlich des ICC. Wer hier zum ersten Mal hinuntersteigt, fragt sich unweigerlich: Was macht diesen Ort so besonders? Die Antwort steckt in den Wänden. Die orange gekachelten, von zylindrischen Deckenlampen illuminierten Wände und Säulen der Unterführung am Messedamm brachten ihr im Tagesspiegel schon den Spitznamen “Tunnel des Grauens” ein. Regisseuren ist so ein Image schnuppe, oder gerade recht. Tatsächlich ist die Kombination aus orangefarbenen Kacheln und Säulen das Filmmotiv aus Berlin schlechthin, noch mehr als das Brandenburger Tor oder der Reichstag.
Dabei ist die Entstehungsgeschichte des Ortes selbst schon filmreif. In den 1970er Jahren sollte die U-Bahnlinie U2 über den Adenauerplatz bis hin zum Messedamm verlängert werden. Der unter dem Messedamm liegende Rohbau der Gleis- und Bahnhofsanlage wird heute als Museumsdepot genutzt. So schlummert unter Berlins bekanntester Filmkulisse also ein nie fertiggestellter U-Bahnhof, der seinem ganz eigenen Dornröschenschlaf trotzt.
Welche Filme wurden hier gedreht?
Die Liste der Produktionen, die sich den orangenen Charme zunutze gemacht haben, liest sich wie ein Best-of des Actionkinos. Im Jahr 2004 wurde in der Taxivorfahrt am nördlichen Eingang für “Die Bourne Verschwörung” gedreht. Entstanden sind dabei die Szenen, die vor dem Flughafen Moskau spielen. Danach kam das nächste große Franchise: Im Film “Die Tribute von Panem: Mockingjay Teil 2” von 2015 stellt die Fußgänger-Unterführung den Untergrund des Kapitols dar, in dem sich Katniss auf ihrem Weg zu Präsident Snow durch ihre Gegner kämpfen muss. Damit nicht genug: 2016 wurden Aufnahmen für “The First Avenger: Civil War” im Tunnel gemacht, und im Film “Atomic Blonde” von 2017 liefert sich Charlize Theron als Lorraine Broughton im Tunnel eine Auto-Verfolgungsjagd.
Allerdings sollten Besucher*innen die Erwartungen an den realen Besuch etwas herunterschrauben. Die Unterführung am Messedamm ist zwar bekannt aus etlichen Filmproduktionen und gilt als einer der bekanntesten Fotospots Berlins. Was auf Bildern richtig cool aussieht, ist in der Realität aber eine echte Sauerei. Zudem plant die Stadt Berlin offenbar, den Tunnel mittelfristig zu schließen: Die Unterführung am Messedamm ist nicht barrierefrei, und die Unterhaltskosten belaufen sich auf rund 350.000 Euro pro Jahr. Eine überarbeitete Kreuzung mit Fußgängerampel soll das Problem lösen. Wer diese Filmkulisse also noch mit eigenen Augen sehen möchte, sollte den Besuch nicht allzu lange aufschieben.
Top10 Redaktion
Erfahrungsbericht vom 01.06.2026
Adresse
Messedamm, 14, Berlin, Deutschland














