Berliner Medizinhistorisches Museum


In Mitte, mitten auf dem historischen Charité-Campus, wartet ein Museum in Berlin, das so schnell nicht aus dem Kopf geht: Das Berliner Medizinhistorisches Museum zeigt konservierte Organe, anatomische Präparate und 300 Jahre Medizingeschichte, die zwischen Faszination und Schaudern changieren.
Zwischen Seziertisch und Virchow-Sammlung: Was dich im Berliner Medizinhistorischen Museum erwartet
Im zweiten Obergeschoss beginnt die Dauerausstellung “Dem Leben auf der Spur”. Historische Armprothesen, konservierte Organe, Moulagen und besondere Röntgenbilder geben Einblick in 300 Jahre Medizingeschichte. Die Geschichte der westlichen Medizin lässt sich in sechs Räumen nachverfolgen, wobei individuelle Krankengeschichten sowohl den Fortschritt als auch die Irrwege der Medizinwissenschaft veranschaulichen. Wer also glaubt, ein Museum in Berlin könne nur trocken sein, wird hier eines Besseren belehrt.
Das Herzstück ist Rudolf Virchows Präparatesammlung. Rund 750 konservierte und präparierte Organe zeigt das Museum heute, anschaulich und in allen Facetten zwischen gesund und krank. Anatomisches Theater, Sektionssaal, Labor, Klinik und Untersuchungszimmer veranschaulichen die westliche Medizin der letzten drei Jahrhunderte. In einem historischen Krankenzimmer werden zudem zehn individuelle Krankengeschichten aus drei Jahrhunderten nachgezeichnet. Das fanden wir besonders bemerkenswert, da diese Perspektive die sonst so abstrakte Medizingeschichte plötzlich sehr menschlich macht.
Das Museum empfiehlt einen Besuch für Jugendliche ab 16 Jahren, da die pathologisch-anatomischen Präparate durchaus eindringlich wirken. Dennoch ist das Museum kein reines Fachpublikum-Angebot: Auch Neugierige ohne medizinischen Hintergrund kommen hier voll auf ihre Kosten. Sonderausstellungen widmen sich einzelnen Aspekten der Medizin und ihrer Geschichte, gelegentlich auch mit zeitgenössischer Kunst, die mit Medizin in Dialog tritt.
Kurioses Museum in Berlin-Mitte: Lage und Geschichte
Das Berliner Medizinhistorische Museum wurde 1899 von Rudolf Virchow als Pathologisches Museum gegründet. Nachdem Gebäude und Sammlung im Zweiten Weltkrieg stark in Mitleidenschaft gezogen worden waren, konnte das Museum erst 1998 als Berliner Medizinhistorisches Museum der Charité wiedereröffnet werden. Seit 1998 existiert das Museum in seiner heutigen Form, die Dauerausstellung auf 800 Quadratmetern gibt es seit 2007.
Das Museum ist eine Einrichtung der Charité Universitätsmedizin Berlin und befindet sich auf dem Charité-Gelände in dem Gebäude, das Rudolf Virchow 1899 für sein Pathologisches Museum errichten ließ. Wer danach noch Lust auf mehr hat: Das Naturkundemuseum liegt nur 600 Meter entfernt und beherbergt eine fantastische Sammlung riesiger Dinosaurierskelette, darunter eines der größten Giraffatitan-Skelette der Welt.
Top10 Redaktion
Erfahrungsbericht vom 12.05.2026
Ticketpreise
9 € / erm. 2 € / Gruppe 6 € / Familie 19€
Museumsbesuch
1,5-2 h
Parkplätze in der Umgebung
Keine eigenen, Charité-Campus
ÖPNV
U5 Hbf, U6 Oranienburger Tor, Tram M5/M8/M10 Invalidenstr., Bus 147
Öffnungszeiten
- Montag: Geschlossen
- Dienstag: 10:00–17:00 Uhr
- Mittwoch: 10:00–19:00 Uhr
- Donnerstag: 10:00–17:00 Uhr
- Freitag: 10:00–17:00 Uhr
- Samstag: 10:00–19:00 Uhr
- Sonntag: 10:00–17:00 Uhr














