
Berlins erstes Street-Art-Museum sitzt in Schöneberg und macht schon von außen klar, was drinnen wartet: Die Fassade des Gründerzeitbaus wechselt mit jeder neuen Ausstellung ihr Gesicht. Wer hier eintritt, taucht in die Welt des Graffiti, der Murals und der zeitgenössischen Straßenkunst ein, kostenlos und ohne Umwege.
Schöneberg als Bühne: Das Gebäude von Urban Nation
Im Berliner Bezirk Schöneberg wurde ein gründerzeitliches fünfgeschossiges Eckhaus nach Plänen von GRAFT Architekten umgebaut. Das Ergebnis ist mehr als eine Museumsrenovierung. Durch eine modulare Wechselfassade wird das Haus selbst zum Kunstwerk. Künstler*innen aus Berlin und der ganzen Welt gestalten diese Leinwand in regelmäßigen Abständen neu. Wer also die Bülowstraße 7 entlangläuft, bekommt je nach Besuchszeitpunkt ein anderes Bild zu sehen. Dabei endet das Konzept nicht am Eingang: Die Fassaden rund um das Museum sind mit Street-Art-Werken versehen, die Teil des Gesamtkonzepts sind und im öffentlichen Raum bleiben.
Auch innen bleibt GRAFT konsequent. Das Museumsinnere offenbart eine radikale Raumwahrnehmung: Enfiladen von Räumen, die sich über zwei Geschosse entwickeln, erzeugen Weite. Eine High-Line lässt die Straße in den Innenraum des Museums fließen und verbindet alle Ausstellungsräume miteinander. Besucher*innen bewegen sich über 500 Quadratmeter zwischen den Etagen, verbunden durch Brücken.
Love Letters to the City: Die aktuelle Ausstellung im Urban Nation
Das Museum hat keine Dauerausstellung, sondern präsentiert stattdessen Langzeitausstellungen, die meist aus eigens für das Museum geschaffenen Werken bestehen. Aktuell läuft die Ausstellung “Love Letters to the City” bis zum 30. Mai 2027. Die von Michelle Houston kuratierte Schau ist weit mehr als eine Hommage an die Ästhetik der Street Art. Sie dient als Plattform für einen kritischen Diskurs über Urbanisierung, Gentrifizierung, Umweltzerstörung und soziale Ungleichheit.
Die Ausstellung zeigt Werke von über fünfzig internationalen und in Berlin lebenden Künstler*innen aus den Bereichen Graffiti, Urban und Contemporary Art in neun thematischen Kapiteln. Darunter Namen wie Banksy, Shepard Fairey, Lady Pink und Blek le Rat. Highlights sind großformatige Installationen: ein aufgehängter Pakettransporter von Moses und Taps sowie eine hybride Rekonstruktion zweier ikonischer Graffiti-Bänke von Rocco and his Brothers. Außerdem verbindet sich die Ausstellung mit der Geschichte der Stadt: Zum 35. Jahrestag des Mauerfalls zeigt Urban Nation Leihgaben der Stiftung Berliner Mauer, die verschiedene historische Perspektiven auf das Wandmalen in Berlin dokumentieren.
Eintritt und Öffnungszeiten
Der Eintritt ist frei, eine freiwillige Spende ist willkommen. Urban Nation hat dienstags und mittwochs von 10 bis 18 Uhr geöffnet, donnerstags bis sonntags von 12 bis 20 Uhr. Montags bleibt das Museum geschlossen. Gruppen ab 20 Personen zahlen eine Servicepauschale: Gruppen bis 40 Personen zahlen 40 Euro, Gruppen bis 70 Personen 60 Euro.
Top10 Redaktion
Erfahrungsbericht vom 14.10.2026
Öffnungszeiten
- Montag: Geschlossen
- Dienstag: 10:00–18:00 Uhr
- Mittwoch: 10:00–18:00 Uhr
- Donnerstag: 12:00–20:00 Uhr
- Freitag: 12:00–20:00 Uhr
- Samstag: 12:00–20:00 Uhr
- Sonntag: 12:00–20:00 Uhr
Adresse
Bülowstraße 7, 10783 Berlin















