

In Berlin-Mitte, direkt an der Leipziger Straße, versammelt das Werkbundarchiv – Museum der Dinge Alltagsobjekte, die mehr erzählen als jedes Gemälde. Hier trifft der Schneekugelkitsch auf Bauhaus-Ästhetik – und beides hat seinen Platz.
Wo Alltagsgegenstände zu Exponaten werden
Das Werkbundarchiv – Museum der Dinge ist wohl eines der kuriosesten Museen in Berlin. Denn statt Gemälde alter Meister oder klassischer Skulpturen erwartet Besucher*innen hier eine Sammlung aus dem ganz normalen Leben: Von der puristischen Vase bis zur Kitsch-Schneekugel widmet sich das Museum der Dinge Objekten aus dem Alltag. Was zunächst banal klingt, entpuppt sich schnell als faszinierende Zeitreise durch die Designgeschichte des 20. und 21. Jahrhunderts.
Die Sammlung umfasst rund 20.000 Objekte und etwa 35.000 Dokumente. Dabei ist die Bandbreite bemerkenswert: In der Dauerausstellung finden sich Objekte renommierter Designer*innen neben anonymem Design, funktionale und puristische Objekte neben sogenanntem „Kitsch”, sowie Markenware neben No-Name-Produkten. Besonders interessant fanden wir dabei die sogenannte Frankfurter Küche: Sie wurde 1926 von Margarete Schütte-Lihotzky entworfen und gilt als Musterbeispiel für die Antwort auf die städtische Wohnungsnot und steigende Bevölkerungszahlen nach dem Ersten Weltkrieg.
Das Konzept des Museums ist außerdem ungewöhnlich: Die als „Offenes Depot” präsentierte Sammlung wird im Rahmen von Ausstellungsprojekten ständig neu befragt, weiterentwickelt und kommentiert. Dadurch wirkt das Museum nie wie ein abgeschlossenes Archiv, sondern lebendig und überraschend. Wer sich für Design, Alltagskultur oder Designgeschichte interessiert, findet hier tiefgründige Einblicke. Aber auch Neugierige ohne Vorwissen werden von der Sammlung schnell in den Bann gezogen.
Geschichte und Lage des Museums
Das 1973 gegründete Werkbundarchiv wird von einem gemeinnützigen Verein getragen und blickt damit auf über 50 Jahre Sammlungsgeschichte zurück. Der frühere Standort in der Oranienstraße wurde im November 2023 geschlossen; seit dem 23. Mai 2024 befindet sich das Museum in der Leipziger Straße 54. Der neue Standort liegt in Berlin-Mitte, sodass sich ein Besuch gut mit einem Spaziergang zum nahe gelegenen Checkpoint Charlie oder zum Gendarmenmarkt verbinden lässt. Das Museum ist donnerstags bis montags von 12 bis 19 Uhr geöffnet.
Top10 Redaktion
Erfahrungsbericht vom 12.05.2026
Öffnungszeiten
- Montag: 12:00–19:00 Uhr
- Dienstag: Geschlossen
- Mittwoch: Geschlossen
- Donnerstag: 12:00–19:00 Uhr
- Freitag: 12:00–19:00 Uhr
- Samstag: 12:00–19:00 Uhr
- Sonntag: 12:00–19:00 Uhr














