Gedenkstätte Berliner Mauer


An der Bernauer Straße verlief die Grenze quer durch eine Häuserzeile, aus deren Fenstern Menschen nach West-Berlin sprangen. Die Gedenkstätte Berliner Mauer zieht sich heute über 4,4 Hektar und 1,4 Kilometer, mit dem einzigen Abschnitt der Grenzanlagen, der in voller Tiefenstaffelung erhalten ist. Das Fenster des Gedenkens nennt die 132 zivilen Todesopfer beim Namen.
Gedenkstätte Berliner Mauer: 1,4 Kilometer auf dem Grenzstreifen
Die Bernauer Straße war keine gewöhnliche Straße. Sie trennte den Wedding im Westen von Mitte im Osten, und die Häuser auf der Ostseite öffneten ihre Fenster nach West-Berlin. Genau hier erstreckt sich heute die Gedenkstätte Berliner Mauer über 4,4 Hektar und 1,4 Kilometer zwischen Gartenstraße und Schwedter Straße. Der Kern des Areals ist ein rund 70 Meter langer Abschnitt des Grenzstreifens, den zwei hohe Stahlwände einfassen und der am 13. August 1998 als nationales Denkmal eingeweiht wurde. Dazu gehört ein baugleich rekonstruierter Wachturm, der zeigt, wie die Anlagen am Ende der achtziger Jahre aufgebaut waren.
Rostroter Cortenstahl zeichnet im Boden nach, was nicht mehr steht: abgerissene Grenzhäuser, verschwundene Sperranlagen und die Verläufe der Fluchttunnel. Freigelegte Kellerräume und archäologische Fenster machen den Untergrund sichtbar. An dieser Stelle starb am 22. August 1961 Ida Siekmann bei einem Sprung aus dem Fenster der Bernauer Straße 48. Wenige Tage zuvor entstand hier das Foto des über den Stacheldraht springenden Grenzpolizisten Conrad Schumann, und in der Nacht vom 10. auf den 11. November 1989 wurden an dieser Straße die ersten Mauersegmente herausgebrochen.
Fenster des Gedenkens, Kapelle der Versöhnung und Dokumentationszentrum
Das Fenster des Gedenkens nennt Namen, Lebensdaten und, wo vorhanden, Porträts der 132 zivilen Todesopfer an der Berliner Mauer. Die acht getöteten Grenzsoldaten werden auf einer eigenen Stele am Postenweg genannt. Wenige Schritte entfernt steht die Kapelle der Versöhnung, die Peter Sassenroth und Rudolf Reitermann im Jahr 2000 auf den Fundamenten der 1985 gesprengten Versöhnungskirche errichteten. Ihre Innenwand besteht aus Stampflehm, in den der Schutt der zerstörten Kirche eingearbeitet wurde.
Im Dokumentationszentrum an der Bernauer Straße 111 erzählt die Dauerausstellung vom Mauerbau, vom Alltag in der geteilten Stadt und vom Fall der Mauer. Vom Aussichtsturm darüber lässt sich der Grenzstreifen von oben überblicken, und auf dem Areal führt ein digitaler Tourguide zu mehr als 140 Ereignismarken. Der Eintritt in die Gedenkstätte Berliner Mauer ist frei, eine öffentliche Führung kostet 5 Euro, ermäßigt 3 Euro.
Top10 Redaktion
Erfahrungsbericht vom 22.10.2026
Preisniveau
Der Eintritt ist frei. Eine öffentliche Führung kostet 5 Euro, ermäßigt 3 Euro.
ÖPNV
S1, S2, S25 und S26 sowie Tram M10 bis S-Bahnhof Nordbahnhof, U8 bis Bernauer Straße, U6 bis Naturkundemuseum, Bus 247 bis Nordbahnhof/Gartenstraße.
Parkmöglichkeiten
Keine regulären Besucherparkplätze. Zwei Behindertenparkplätze hinter dem Besucherzentrum mit Zufahrt über die Gartenstraße, zwei weitere in der Ackerstraße. Reisebusse halten in der Ackerstraße.
Barrierefreiheit
Besucherzentrum, Dokumentationszentrum und Seminarräume sind barrierefrei. Rollstühle, mobile Sitzgelegenheiten und Sitzstöcke lassen sich kostenlos ausleihen.
Highlight
Das Fenster des Gedenkens zeigt Namen, Lebensdaten und, wo vorhanden, Fotos der 132 zivilen Todesopfer an der Berliner Mauer.
Ausdehnung
4,4 Hektar Erinnerungslandschaft auf 1,4 Kilometern zwischen Gartenstraße und Schwedter Straße.
Öffnungszeiten
- Montag: Geschlossen
- Dienstag: 10:00–18:00 Uhr
- Mittwoch: 10:00–18:00 Uhr
- Donnerstag: 10:00–18:00 Uhr
- Freitag: 10:00–18:00 Uhr
- Samstag: 10:00–18:00 Uhr
- Sonntag: 10:00–18:00 Uhr
Adresse
Bernauer Straße 119, 13355 Berlin, Deutschland
http://www.berliner-mauer-gedenkstaette.de/de/besucherzentrum-560.html















