
Wo Wedding auf Berliner Stadtgeschichte trifft, öffnet sich unter dem U-Bahnhof Gesundbrunnen eine Welt, die lange verborgen war. Berliner Unterwelten bewahrt Tunnel, Bunker und Fluchtwege vor dem Vergessen und zeigt, wie tief Berlins Vergangenheit buchstäblich unter der Stadt liegt.
Zwischen U-Bahn und Untergrund: der Eingang zu den Berliner Unterwelten
Das Museum Berliner Unterwelten liegt versteckt hinter einer unscheinbaren grünen Tür im U-Bahnhof Gesundbrunnen. Wer den Eingang kennt, betritt damit einen der geschichtlich dichtesten Orte Berlins. Die Räumlichkeiten erstrecken sich über vier unterirdische Etagen, in denen sich eine ständig optimierte und ergänzte Ausstellung befindet. Zudem ist die Dauerausstellung “Mythos Germania” auf einem Zwischengeschoss des nördlichen Zugangsbauwerkes des U-Bahnhofs zugänglich. Das Zwischengeschoss ist nur per Treppe erreichbar, einen Aufzug gibt es nicht. Das sollte man vor dem Besuch einplanen.
Hitlers Pläne für Berlin: die Dauerausstellung der Berliner Unterwelten
Die Geschichtsausstellung der Berliner Unterwelten beleuchtet Architektur und Städtebau im Berlin der NS-Zeit, analysiert die ideologischen Zielsetzungen und verbrecherischen Konsequenzen und dekonstruiert darüber hinaus Legenden und Klischees rund um die “Welthauptstadt Germania”. Die multimediale Ausstellung beleuchtet in sieben Themenbereichen ausgewählte Bauvorhaben und deren bautechnische, soziale und ideologische Hintergründe. Über zwanzig Autor*innen aus verschiedenen Universitäten und Gedenkstätten Berlins haben an diesem interdisziplinären Projekt mitgewirkt.
Originale Exponate und Filmrequisiten
Durch zahlreiche Medienstationen, Texte und Modelle erhalten Besucher*innen einen umfassenden Einblick. Zu den Exponaten zählen Teile eines Speer-Kandelabers, Artefakte aus dem Konzentrationslager-Außenlager Klinkerwerk in Oranienburg und Fragmente von Säulen der Neuen Reichskanzlei. Außerdem lässt sich das Modell der geplanten “Welthauptstadt Germania” erkunden. Das Hauptmodell der Ausstellung stammt direkt aus dem Spielfilm “Der Untergang” von 2004. Das verleiht der Schau eine unerwartete, fast filmische Qualität.
Eintritt und geführte Touren
Der reguläre Eintritt in die Dauerausstellung beträgt 6 Euro, ermäßigt 5 Euro – damit gehört sie zu den günstigsten Ausstellungen der Stadt. Wer tiefer in die Unterwelt abtauchen möchte, bucht zusätzlich eine der geführten Touren: Die meisten Touren kosten 17 Euro, ermäßigt 13 Euro. Die Berliner Unterwelten sind dabei nicht individuell, sondern ausschließlich im Rahmen einer geführten Tour zu besichtigen. Tickets sollte man rechtzeitig im Voraus sichern, denn die Führungen sind regelmäßig ausgebucht.
Top10 Redaktion
Erfahrungsbericht vom 14.10.2026
Öffnungszeiten
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