Dicke Wirtin



Die Dicke Wirtin ist die Berliner Kneipe am Savignyplatz, benannt nach der Wirtin Anna Stanscheck, die für ihre Eintöpfe und ihre Zuneigung zu Studierenden der nahen Kunsthochschule bekannt war. Heute führt die Familie Drees das Haus, mit eigener Metzgerei, neun Bieren vom Fass und einer Karte, die Dit is(s)t Berlin heißt.
Berliner Kneipe an der Carmerstraße am Savignyplatz
Die Carmerstraße ist eine Einbahnstraße, die von der Nordostseite des Savignyplatzes zum Steinplatz führt, und die Dicke Wirtin sitzt dort gleich am Anfang. Der Platz selbst geht auf den Hobrecht-Plan von 1862 zurück und wurde 1887 nach dem Juristen Friedrich Carl von Savigny benannt; die Grünanlage kam 1892 dazu, wurde 1926 von Erwin Barth umgestaltet und 1987 in den Originalzustand zurückgeführt, sodass sie heute als Gartendenkmal geschützt ist. Auch der Zeitungskiosk von Alfred Grenander aus dem Jahr 1908 steht unter Denkmalschutz. Prägend für das Viertel sind die Ziegelbögen der Stadtbahn, in denen Restaurants, Bars, Jazzclubs, Kinos und Buchläden untergekommen sind, dazu das Wandbild Weltbaum II von 1986. Der S-Bahnhof Savignyplatz wurde 1896 eröffnet und steht ebenfalls unter Denkmalschutz. Weil die Universität der Künste nur wenige Schritte entfernt liegt, gehören Studierende seit jeher zum Stammpublikum, und die Straßennamen ringsum erinnern fast durchgehend an Gelehrte, Philosophen und Juristen. Zusammen mit dem Zwiebelfisch gilt die Dicke Wirtin als das bekannteste Lokal dieses Viertels.
Eigene Metzgerei, neun Biere vom Fass und das Erbe von Anna Stanscheck
Den Namen verdankt das Haus Anna Stanscheck, einer großherzigen Wirtin, die für ihre Eintöpfe bekannt war und eine Schwäche für Studierende der nahen Kunsthochschule sowie für Künstler, Autoren und Schauspieler hatte. Geführt wird die Dicke Wirtin heute von der Familie Drees, und der Charakter der klassischen Berliner Kneipe ist bewusst erhalten geblieben: Alt-Berliner Einrichtung, mindestens zwei Gasträume, ein langer Tresen und eine Zapfanlage, an der neun Sorten vom Fass hängen. Die Berliner Gerichte stehen unter der Überschrift Dit is(s)t Berlin: Á la Meyer mit zwei Bouletten, Königsberger Klopse vom Kalb für 19,50 Euro, Schweinebraten, Leber Berliner Art, Rindersaftgulasch, gefüllte Rinderroulade, Spanferkelsülze und Currywurst ohne Darm. Eine wechselnde Karte bringt zusätzlich Berliner Erbseneintopf, Tote Oma, Berliner Teller und Eisbein auf den Tisch. Dazu kommen die Kleinigkeiten, für die eine Kneipe da ist, etwa das Solei für 2,10 Euro, die Gänseschmalzstulle und den Berliner Ring. Besonders ist die eigene Metzgerei, aus der Wurst und Fleisch im Haus stammen. Ohne Fleisch gibt es gebratenes Gemüse mit Schupfnudeln, hausgemachte Käsespätzle und eine vegetarische Currywurst, und auf der Karte steht außerdem ein Angebot für Kinder. Hauseigene Liköre und Brände lassen sich flaschenweise mitnehmen.
Top10 Redaktion
Erfahrungsbericht vom 07.10.2024
Preisniveau
Hauptgerichte liegen zwischen 12,00 und 29,50 Euro, Kleinigkeiten und Eintöpfe beginnen bei 2,10 Euro.
Berliner Klassiker
Á la Meyer mit zwei Bouletten 17,90 Euro, Königsberger Klopse vom Kalb 19,50 Euro, Schweinebraten 20,50 Euro, Leber Berliner Art 21,50 Euro, Rindersaftgulasch 22,50 Euro, gefüllte Rinderroulade 24,50 Euro, Zwiebelrostbraten 29,50 Euro, Spanferkelsülze 16,50 Euro.
Wechselnde Karte
Dazu kommen Berliner Erbseneintopf 6,50 Euro, Tote Oma 16,90 Euro, Berliner Teller 18,50 Euro und Eisbein 19,90 Euro.
Kleinigkeiten
Solei 2,10 Euro, Beilagensalat 5,50 Euro, Gänseschmalzstulle 6,00 Euro, Gulaschsuppe 6,60 Euro, Berliner Ring 7,20 Euro, Currywurst ohne Darm 10,50 Euro.
Eigene Metzgerei
Wurst- und Fleischprodukte stellt das Haus in einer eigenen Metzgerei her.
Vegetarisch
Gebratenes Gemüse mit Schupfnudeln, hausgemachte Käsespätzle 16,50 Euro und eine vegetarische Currywurst 12,00 Euro. Im Mittagstisch steht immer ein fleischloses Gericht.
Mittagstisch
Wechselnde Gerichte zwischen 7,50 und 9,80 Euro, zum Beispiel Spinat mit Ei und Kartoffelpüree, Kassler mit Sauerkraut oder gebackenes Matjesfilet mit Bratkartoffeln.
Bier
Neun Sorten vom Fass, 0,3 Liter ab 4,20 Euro.
Hauseigene Spirituosen
Eigene Liköre und Brände ab 3,30 Euro für 2 Zentiliter, auf Wunsch auch flaschenweise zum Mitnehmen.
Einrichtung
Alt-Berliner Kneipe mit mindestens zwei Gasträumen, langem Tresen und Zapfanlage.
Für Kinder
Es gibt eine eigene Kinderkarte.
Gruppen und Feiern
Berliner Buffet und Gruppenmenüs ab zwanzig Personen auf Vorbestellung, Anfragen per E-Mail. Knuspriges Spanferkel gibt es ab zehn Personen auf Vorbestellung für 33,50 Euro pro Person.
Verkehr und Kontakt
Der S-Bahnhof Savignyplatz mit den Linien S3, S5, S7 und S9 liegt wenige Schritte entfernt, dazu der Bahnhof Ernst-Reuter-Platz an der U2 und die Buslinien M49 und X34. Carmerstraße 9, 10623 Berlin, Telefon 030 46699561.
Öffnungszeiten
- Di: Geschlossen
- Mi bis Sa: 11:00 – 00:00 Uhr
- So + Mo: 11:00 – 00:00 Uhr





