Rathaus Schöneberg - Top 10 Deutsch-Deutsche Geschichte | Top10 Berlin
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Rathaus Schöneberg

Schöneberg

© Foto: dpa picture-alliance

Am John-F.-Kennedy-Platz in Schöneberg steht ein Gebäude, das mehr erlebt hat als die meisten in Berlin. Das Rathaus Schöneberg war jahrzehntelang das politische Herz West-Berlins und ist bis heute einer der bedeutendsten Orte der deutschen Geschichte.

Wo Deutsche Geschichte hautnah spürbar wird

Wer sich für Deutsche Geschichte interessiert, kommt am Rathaus Schöneberg nicht vorbei. Während der deutschen Teilung galt das Gebäude weltweit als Symbol für den Freiheitswillen der geteilten Stadt und den Sitz der West-Berliner Regierung, offizielle Residenz des regierenden Bürgermeisters sowie Versammlungsort des Abgeordnetenhauses. Unter Bürgermeistern wie Ernst Reuter und Willy Brandt war es das politische Zentrum West-Berlins.

Nach dem Bau der Berliner Mauer 1961 sprach US-Präsident John F. Kennedy am 26. Juni 1963 auf den Stufen des Rathauses Schöneberg die Worte „Ich bin ein Berliner“. Vor einem Publikum von 120.000 Menschen hielt er dort eine der bekanntesten Reden des Kalten Krieges. Noch heute ist das Gebäude voller Zeugnisse dieser Zeit: Der Platz vor dem Rathaus wurde zu Ehren Kennedys in John-F.-Kennedy-Platz umbenannt, eine große Gedenktafel erinnert an seinen Besuch, und ein Raum im Inneren des Gebäudes trägt seinen Namen.

Doch das ist nicht alles, was diese Adresse zur Pflichtstation für Geschichtsinteressierte macht. Am 10. November 1989, einen Tag nach dem Mauerfall, strömten tausende Berliner*innen auf den Platz vor dem Rathaus. Bundeskanzler Helmut Kohl, Altkanzler Willy Brandt und Außenminister Hans-Dietrich Genscher sprachen dort zur Menge. Außerdem überwacht das Rathaus im Turm die Freiheitsglocke, die täglich um 12 Uhr ertönt, sowie eine Ausstellung, die Idee und Geschichte der Glocke dokumentiert. Im Inneren findet sich außerdem die Dauerausstellung „Wir waren Nachbarn“, die jüdischen Bürger*innen des Stadtteils porträtiert, die im Dritten Reich fliehen mussten oder ermordet wurden. Der Besuch lohnt sich sowohl für Erwachsene mit historischem Interesse als auch für Familien und Schüler*innen.

Fakten zum Rathaus Schöneberg

Das Sandsteingebäude wurde zwischen 1911 und 1914 errichtet und liegt direkt am John-F.-Kennedy-Platz im Bezirk Tempelhof-Schöneberg. Von 1949 bis 1990 diente es als Sitz des Senats von West-Berlin. Unmittelbar hinter dem Rathaus beginnt der Rudolph-Wilde-Park, sieben Hektar zum Entspannen und Flanieren, der schnell nahtlos in den Volkspark Wilmersdorf übergeht. Wer gerne mit einer Stadtführung tiefer in die Geschichte eintaucht: Die VHS Schöneberg-Tempelhof gelegentlich organisiert zweistündige Führungen durch das Rathaus.

Top10 Redaktion

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Erfahrungsbericht vom 12.05.2026

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