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Top10 Berlin

Zur letzten Instanz

Mitte

Weiße Fassade des historischen Restaurants Zur letzten Instanz (seit 1621) mit braunen Fenstern und Holztüren in Berlin.
Fassade des traditionellen Berliner Restaurants Zur letzten Instanz mit großem Holzschild und Fensterläden.
© Zur letzten Instanz

Zur letzten Instanz steht im Klosterviertel an einem erhaltenen Stück der mittelalterlichen Stadtmauer, und die Rückwand des Hauses war einmal Teil davon. Seit 2020 führt die zweite Generation der Familie Sperling das Haus, mit einer Wochenkarte und einem festen Block Klassiker von den Bio-Senfeiern bis zur Kalbsleber Berliner Art.

Wiekhaus an der alten Berliner Stadtmauer im Klosterviertel

Die Waisenstraße liegt im Klosterviertel von Alt-Berlin, und das Haus mit den Nummern 14 bis 16 lehnt sich an ein erhaltenes Stück der mittelalterlichen Stadtmauer. Seine Rückwand war einmal Teil dieser Mauer, und solche Bauten heißen Wiekhaus; in der Berliner Altstadt ist kein zweites davon erhalten. Das Grundstück ist seit 1561 urkundlich belegt, die Straße selbst hieß früher Stralauer Mauer und wurde 1861 nach einem nahe gelegenen Waisenhaus umbenannt. Gleich nebenan steht die Parochialkirche, deren Glockenspiel von 1715 dem Lokal einmal den Namen Zum Bierstübchen am Glockenspiel eintrug; das frühere Gerichtsgebäude an der heutigen Littenstraße liegt ebenfalls um die Ecke, Nikolaiviertel und Alexanderplatz sind zu Fuß erreichbar. Zur letzten Instanz verteilt sich heute über drei zusammengefasste Häuser mit zwei Gaststuben für insgesamt 120 Gäste, einem Separee mit großer Tafel für zwölf Personen und einem Biergarten unter alten Bäumen mit Blick auf die Stadtmauer. Drinnen sind eine barocke Wendeltreppe, ein alter Ziegelboden und ein rund zweihundert Jahre alter Kachelofen erhalten.

Wochenkarte und feste Klassiker von der zweiten Generation Sperling

Ausgeschenkt wird hier seit 1621, als ein Reitknecht des Kurfürsten im Erdgeschoss eine Schnapsstube eröffnete. Den heutigen Namen bekam das Haus 1924 von seinem Wirt, kurz nachdem nebenan das Gerichtsgebäude eröffnet hatte; die Legende erzählt von zwei Bauern, die ihren langen Prozess bei einem Bier beendeten und in letzter Instanz Frieden schlossen. Nach schweren Kriegsschäden wurde das Haus wieder aufgebaut und 1963 neu eröffnet. Rainer Sperling übernahm Zur letzten Instanz 1988, seit 2020 führt es die zweite Generation, Anja und André Sperling, und André Sperling steht als Küchenchef in der Küche. Die Karte wechselt wöchentlich und besteht aus zwei Teilen. Der eine ist modern und richtet sich nach dem, was gerade zu bekommen ist, etwa Bergkäseknödel in Velouté mit Panko oder Rinder-Sauerbraten mit Weintrauben. Der andere heißt schlicht Unsere Klassiker und bleibt, wie er ist: Bio-Senfeier mit Kartoffelstampf, Kohlwickel vom Schweinebauch, Königsberger Klopse mit Kapernapfel für 26 Euro, Grillhaxe mit Gewürzrotkohl und Kalbsleber Berliner Art für 32 Euro. Mittags gibt es eine eigene, deutlich günstigere Karte. Unter den Gästen, die das Haus selbst nennt, sind Heinrich Zille, Clara Zetkin, Loriot und Jacques Chirac.

Top10 Redaktion

Top10 Redaktion

Erfahrungsbericht vom 24.04.2026

Preisniveau

Die Klassiker liegen zwischen 12,00 und 32,00 Euro, Vorspeisen beginnen bei 6,00 Euro. Mittags gibt es eine eigene, günstigere Karte mit Gerichten ab 6,00 Euro.

Unsere Klassiker

Bio-Senfeier mit Kartoffelstampf ab 12,00 Euro, Kohlwickel vom Schweinebauch 25,00 Euro, Königsberger Klopse mit Kapernapfel 26,00 Euro, Grillhaxe mit Gewürzrotkohl 29,00 Euro, Kalbsleber Berliner Art 32,00 Euro.

Wechselnde Karte

Die Karte wechselt wöchentlich und bringt neben den Klassikern Gerichte wie Bergkäseknödel in Velouté mit Panko, Ragout fin vom Kalb aus dem Ofen oder Rinder-Sauerbraten mit Weintrauben.

Vorspeisen

Eingelegtes Gemüse 6,00 Euro, Bergkäseknödel 15,00 Euro, Ragout fin vom Kalb 15,00 Euro.

Dessert

Warmes Apfelküchlein mit Vanilleeis 12,00 Euro, Beerensorbet mit Meringue 9,00 Euro.

Plätze

Zwei Gaststuben für insgesamt 120 Gäste, dazu ein Separee mit großer Tafel für zwölf Personen.

Biergarten

Der Biergarten liegt unter alten Bäumen mit Blick auf die alte Berliner Stadtmauer.

Das Gebäude

Die Rückwand gehörte zur mittelalterlichen Stadtmauer, das Haus ist damit das einzige erhaltene Wiekhaus der Berliner Altstadt. Innen sind eine barocke Wendeltreppe, ein alter Ziegelboden und ein rund zweihundert Jahre alter Kachelofen erhalten.

Geschichte

Das Grundstück ist seit 1561 belegt, ausgeschenkt wird seit 1621. Den heutigen Namen trägt das Haus seit 1924, nach schweren Kriegsschäden wurde es 1963 wiedereröffnet.

Die Wirtsfamilie

Rainer Sperling übernahm das Haus 1988. Seit 2020 führen es Anja und André Sperling in zweiter Generation, André Sperling ist Küchenchef.

Reservierung

Telefonisch oder per E-Mail. Für das Separee und größere Runden empfiehlt sich eine frühe Anfrage.

Verkehr und Kontakt

Der Bahnhof Klosterstraße an der U2 liegt in Gehweite, Alexanderplatz und Jannowitzbrücke sind ebenfalls zu Fuß erreichbar. Waisenstraße 14-16, 10179 Berlin, Telefon 030 2425528.

Öffnungszeiten

  • Montag: 17:30–23:00 Uhr
  • Dienstag: 12:00–15:00 Uhr, 17:30–23:00 Uhr
  • Mittwoch: 12:00–15:00 Uhr, 17:30–23:00 Uhr
  • Donnerstag: 12:00–15:00 Uhr, 17:30–23:00 Uhr
  • Freitag: 12:00–15:00 Uhr, 17:30–23:00 Uhr
  • Samstag: 12:00–15:00 Uhr, 17:30–23:00 Uhr
  • Sonntag: Geschlossen

Adresse

Waisenstraße, 10179 Berlin, Deutschland

+49 30 2425528

https://zurletzteninstanz.com/

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