




Das Weiße Rössl in Lichterfelde ist nach eigener Darstellung Berlins ältestes bayerisches Wirtshaus: 1938 von einem Tegernseer Kunstschützen eröffnet, seit 2008 familiengeführt, mit 80 Plätzen innen und einem Biergarten für 120 Gäste. Gekocht wird quer durch Bayern, Franken, Schwaben und Österreich, mit eigener Wild- und Gänsekarte im Herbst.
Weißes Rössl: Berlins ältestes bayerisches Wirtshaus in Lichterfelde
Das Weiße Rössl liegt in einer ruhigen Wohnstraße in Lichterfelde und ist nach eigener Darstellung das älteste bayerische Wirtshaus der Stadt. Eröffnet hat es 1938 Franz Moar junior, Kunstschütze vom Tegernsee, Deutscher Meister des Jahres 1925, Jäger und Kapellmeister. Schon 1942 widmete der Lichterfelder Anzeiger dem Haus eine Geschichte über ein Stück bayerisches Volkstum in Berlin und stellte dabei klar, dass der Name nicht auf den Wolfgangsee anspielt, sondern auf Oberbayern und den Tegernsee. Seit 2008 führt Diana Fritz den Betrieb und hat am Service gefeilt, ohne die Küche umzustellen. Urige Einrichtungsdetails aus der Gründungszeit sind erhalten. Innen finden rund 80 Gäste Platz, der Biergarten nimmt in den Sommermonaten bis zu 120 Personen auf. Anfahrt vom S-Bahnhof Lichterfelde Ost mit dem Bus 284 oder vom S-Bahnhof Osdorfer Straße in zehn Minuten zu Fuß. Autofahrer sollten einplanen, dass in der Nachbarschaft gebaut wird und die Zufahrt zeitweise über Umwege führt.
Wildkarte, Ganserl und Paulaner vom Fass
Gekocht wird im Weißen Rössl nicht nur bayerisch, sondern quer durch den Süden, mit Gerichten aus Franken, Schwaben, dem Allgäu, der Pfalz und Österreich. Vom Fass läuft Paulaner in mehreren Sorten, dazu kommen Obstdestillate aus der Region. Das Haus arbeitet konsequent mit der Saison, und das ist sein stärkstes Argument: Im Frühjahr steht Spargel auf der Karte, im Sommer Pfifferlinge, im Herbst eine eigene Wildkarte und zur Gänsezeit ein ganzer Block mit Ganserl und Ente. Der Hirschbraten mit Rosmarin-Thymian-Sauce, Apfelrotkohl und Kartoffelkloß kostet 27,90 Euro, daneben stehen Hirschgulasch, Hirschkohlroulade und Medaillons vom Hirsch. Das Wildfleisch kommt aus Brandenburg und ist deshalb nur begrenzt verfügbar. Bei den Nachspeisen zeigt sich der Berliner Einschlag: Die Mohnpielen mit Vanillesauce für 6,90 Euro sind ein alt-Berliner Klassiker, im Winter kommt ein Winterschmarrn dazu. Dass das Rössl seine Karten konsequent umstellt, statt alles ganzjährig anzubieten, ist für ein Haus dieser Größe bemerkenswert und erklärt die Stammgästeschaft im Südwesten der Stadt. Reserviert wird für den gleichen Tag am besten telefonisch, für später über ein Formular.
Top10 Redaktion
Erfahrungsbericht vom 07.10.2024
Preisniveau
Hirschbraten mit Apfelrotkohl und Kartoffelkloß 27,90 Euro, Hirschgulasch 23,90 Euro, Gänsekeule mit Blaukraut und Erdapfelkloß 36,90 Euro, Mohnpielen mit Vanillesauce 6,90 Euro.
Bier
Paulaner in mehreren Sorten vom Fass, dazu Obstdestillate aus der Region.
Öffnungszeiten
Täglich ab 12 Uhr, Küche von Montag bis Samstag bis 22 Uhr, am Sonntag bis 21 Uhr.
Highlight
Berlins ältestes bayerisches Wirtshaus, eröffnet 1938, mit erhaltenen Einrichtungsdetails aus der Gründungszeit.
Saisonkarten
Spargel im Frühjahr, Pfifferlinge im Sommer, eigene Wildkarte im Herbst, Ganserl und Ente im Winter. Das Wildfleisch kommt aus Brandenburg und ist nur begrenzt verfügbar.
ÖPNV
Ab S-Bahnhof Lichterfelde Ost mit dem Bus 284, ab S-Bahnhof Osdorfer Straße etwa zehn Minuten zu Fuß.
Plätze
Rund 80 Plätze im Innenbereich, Biergarten mit bis zu 120 Plätzen in den Sommermonaten.
Reservierung
Für denselben Tag telefonisch, für spätere Termine über das Formular auf der Website. In der Nachbarschaft wird gebaut, die Zufahrt mit dem Auto führt zeitweise über Umwege.
Öffnungszeiten
- Mo: 12:00 – 23:00 Uhr
- Di: Geschlossen
- Mi bis Sa: 12:00 – 23:00 Uhr
- So: 12:00 – 22:00 Uhr





