

Die Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin-Mitte ist seit über einem Jahrhundert das politischste und radikalste Theater der Stadt. Was 1914 als Bühne für die Arbeiter*innenklasse eröffnete, wurde zur Brutstätte des deutschen Gegenwartstheaters. Heute steht das Haus vor einem Neuanfang.
Ein Theater, das polarisiert
Die Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz macht sich durch bekannte Namen und radikale Inszenierungen einen Namen. In ihrer Geschichte hat die Volksbühne künstlerische Grenzen in allen Disziplinen abgesteckt und gesprengt. Geschichte und Ästhetik des Hauses sind geprägt von der Erfindung neuer Theaterpraktiken, der Anwendung filmischer Mittel und einer radikalen Neudefinierung des künstlerischen Raums. Im Ensemble- und Repertoirebetrieb nimmt sie neben Schauspiel und Tanz auch Musik, Performance, Film und Diskurs in den Fokus. Wer Theater erleben will, das unbequem fragt, statt gefällige Antworten zu liefern, ist hier richtig. Dabei reicht das Programm von Uraufführungen über Tanzperformances bis hin zu Diskursformaten. So bietet die Volksbühne Berlin eine der dichtesten Spielpläne der deutschen Theaterlandschaft.
Mit Regisseur*innen wie Christoph Marthaler, Christoph Schlingensief, Johann Kresnik, René Pollesch und Frank Castorf wurde das Theater zu einem der Orte, wo das Stadttheater neu erfunden wurde. René Pollesch verstarb im Februar 2024. In den drei Spielzeiten brachte er insgesamt acht Inszenierungen zur Premiere. Sein Tod hinterließ eine spürbare Lücke, doch das Haus spielte weiter.
Die Volksbühne im Aufbruch
Nun steht ein frischer Kapitelwechsel an. Matthias Lilienthal wird Intendant der Berliner Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, wie Kultursenator Joe Chialo bekannt gegeben hat. Matthias Lilienthal übernimmt die Intendanz ab dem 1. August 2026. Außerdem werden die Choreografinnen Florentina Holzinger und Marlene Monteiro Freitas Teil der Leitung als Artistic Board sein. Damit bekommt das Berliner Theater-Flaggschiff eine Doppelspitze aus Erfahrung und choreografischer Wucht.
Lilienthal formuliert das Ziel klar: Die Volksbühne soll zu einem internationalen Ort des Theaters werden. Das sei, so Lilienthal, ein Widerstand gegen eine Politik der Renationalisierung, ein lustvoller Widerstand. Meo Wulf gilt derweil schon jetzt als das neue Kult-Ding an der Berliner Volksbühne: schrill, queer, bewusst sinnbefreit. Wer also wartet, bis der neue Intendant offiziell loslegt, verpasst im laufenden Spielplan durchaus Sehenswertes. Das Theater in Berlin-Mitte bleibt damit das, was es immer war: ein Ort, über den man reden muss.
Top10 Redaktion
Erfahrungsbericht vom 14.07.2026
Preisniveau
Regulär 12,00 bis 50,00 Euro, ermäßigt 10,00 bis 12,00 Euro; bei Premieren kleiner Aufschlag.
ÖPNV
U2 Rosa-Luxemburg-Platz direkt vor dem Haus.
Parkmöglichkeiten
Parkraumbewirtschaftung rund um den Rosa-Luxemburg-Platz; Tiefgaragen Richtung Alexanderplatz.
Highlight
Markantes Haus mit den drehbaren Rädern auf dem Dach, bekannt für streitbares, politisches Regietheater.
Öffnungszeiten
- Montag: 11:00–00:00 Uhr
- Dienstag: 11:00–00:00 Uhr
- Mittwoch: 11:00–00:00 Uhr
- Donnerstag: 11:00–00:00 Uhr
- Freitag: 11:00–00:00 Uhr
- Samstag: 11:00–00:00 Uhr
- Sonntag: 18:00–00:00 Uhr










