Ballhaus Berlin



Seit 1905 wird in der Chausseestraße 102 in Mitte getanzt, und das Ballhaus Berlin ist der letzte Tanzpalast, der dort übrig geblieben ist. Erhalten sind Wendeltreppe, Discokugel und die alten Tischtelefone, über die man früher den Nachbartisch anrief. Gegen Liebeskummer hilft hier vor allem, dass man weder tanzen können noch in Begleitung kommen muss.
Ballhaus Berlin: ein Tanzpalast, der alles überstanden hat
Die Chausseestraße in Mitte war zur Gründerzeit das Viertel Feuerland, ein Ort der Maschinenfabriken und der Arbeiterkneipen. Mittendrin eröffnete 1905 ein Gasthaus mit Kaffeegarten unter dem Namen Zum Alten Baden, aus dem später Schwankes Festsäle wurden. Das Haus überstand zwei Weltkriege, eine Revolution und die Teilung der Stadt. 1949 ging es als Behrens Casino wieder auf, 1975 wurde es Volkseigentum, aufwendig restauriert und auf den Namen Ballhaus Berlin getauft. Unter dem Ehepaar Gottschlich erlebte es seine große Zeit mit Paartanz, Damenwahl und einem Jahresumsatz von einer Million Ostmark. Seit 2014 führt das heutige Team das Haus weiter. Der Biergarten davor ist die letzte verbliebene Baulücke der Straße, denn die Gebäude an dieser Stelle wurden in den letzten Kriegstagen zerstört.
Wer nach einer Trennung das Gefühl hat, dass gerade alles zusammenbricht, bekommt an diesem Ort eine nützliche Perspektive geliefert. Dieses Haus steht noch, und es tanzt seit hundertzwanzig Jahren.
Tischtelefone, Discokugel und ein Programm, das keine Pause macht
Drinnen ist vieles geblieben, was ein Besucher von 1936 sofort wiedererkennen würde. Ein Balkon führt rund um den Saal, eine Wendeltreppe verbindet die Ebenen, dazu kommen Stuck, alte Leuchten, eine Bar und die Discokugel. Das bekannteste Detail sind die Tischtelefone, über die man früher den Tisch gegenüber anrief, statt hinüberzugehen. Für jemanden, der das Flirten gerade erst wieder lernt, ist das eine angenehm indirekte Übung. Der Saal fasst bis zu 199 Gäste auf rund 500 Quadratmetern, hat eine eigene Bühne und ist barrierefrei zugänglich. Zum Haus gehören außerdem eine Bierstube, eine Kaffeestube, der Biergarten und ein Hostel.
Das Programm wechselt ständig und deckt fast jede Stimmung ab. Es gibt Swing-Abende, eine Jazzparty für zehn Euro im Vorverkauf, Tanzabende zu Musik der sechziger und siebziger Jahre ab siebzehn Euro, dazu Burlesque, queeres Kabarett, Latin-Partys und klassische Konzerte. Man muss weder tanzen können noch in Begleitung kommen, um einen Abend hier durchzustehen.
Top10 Redaktion
Erfahrungsbericht vom 13.10.2026
Preisniveau
Jazzparty ab 10 Euro im Vorverkauf, Tanzabende mit Musik der Sechziger ab 17 Euro, Abende mit Show ab 29 Euro.
ÖPNV
U6 Naturkundemuseum, von dort wenige Minuten zu Fuß.
Tickets
Pro Veranstaltung über die jeweiligen Vorverkaufsportale oder an der Abendkasse.
Räumlichkeiten
Zwei Veranstaltungsräume für bis zu 199 Gäste auf rund 500 Quadratmetern, mit eigener Bühne, barrierefreiem Zugang und Klimaanlage.
Highlight
Die originalen Tischtelefone aus den dreißiger Jahren, über die man den Nachbartisch anrufen kann.
Gastronomie
Zum Haus gehören eine Bierstube, eine Kaffeestube und ein Biergarten, dazu ein eigenes Hostel.
Öffnungszeiten
- Montag: 24 Stunden geöffnet
- Dienstag: 24 Stunden geöffnet
- Mittwoch: 24 Stunden geöffnet
- Donnerstag: 24 Stunden geöffnet
- Freitag: 24 Stunden geöffnet
- Samstag: 24 Stunden geöffnet
- Sonntag: Geschlossen








