Neuköllner Oper

An der Karl-Marx-Straße in Neukölln sitzt eines der mutigsten Musiktheater Berlins: Die Neuköllner Oper bespielt die Schnittstelle zwischen Oper, Theater und zeitgenössischer Performance, ohne dabei je den Anschluss an den Kiez zu verlieren. Auf dem Spielplan stehen Stücke, die tatsächlich etwas zu sagen haben.
Neuköllner Oper: Musiktheater mit Haltung
Seit ihrer Gründung als Kammerchor durch Winfried Radeke im Jahr 1972 hat sich die Neuköllner Oper zu einem Haus entwickelt, das Oper, Theater und Musical konsequent zusammendenkt. Seit 1988 ist das Haus an der Karl-Marx-Straße beheimatet und heute aus dem Berliner Kulturleben kaum wegzudenken.
Unter neuer künstlerischer Leitung bringt die aktuelle Saison Pop-Kultur, Glamour, Lärm, Gesellschaftskritik, Musicals und Performances auf die Bühne, mit Künstlerinnen und Künstler wie Björk, Kat Frankie, Philip Glass und dem Kollektiv Club Gewalt. Das Programm ist dabei so divers wie der Kiez selbst. Stücke entstehen nicht im Elfenbeinturm, sondern mitten aus dem gesellschaftlichen Diskurs heraus.
Mit “Crime of Passion” etwa untersucht das Haus Femizide in der Oper, ihre historischen Wurzeln und ihre Präsenz im Alltag. Außerdem bringt die Kammeroper “Selemo” südafrikanische Komponistinnen und Komponisten auf die Bühne, die Vivaldis Vier Jahreszeiten mit dem rituellen Schilftanz der Swazis verweben. Wer also meint, Oper sei verstaubt, hat die Neuköllner Oper schlicht noch nicht besucht.
Sonntag in Neukölln: Kein Tag für die Couch
Das Festival BAM! für zeitgenössisches Musiktheater findet erstmals auch in den Räumen der Neuköllner Oper statt und macht den Sonntag zum Ausflugsziel mit echtem Mehrwert. Für ausgewählte Produktionen sind mobile Untertitel auf Deutsch und Englisch verfügbar, sodass auch Besucherinnen und Besucher ohne Vorkenntnisse problemlos folgen können. Zudem kooperiert das Haus regelmäßig mit anderen Berliner Institutionen, darunter die Komische Oper Berlin. In deren Umbauzeit wird die Neuköllner Oper als Spielstätte für Produktionen der Komischen Oper mitgenutzt. So landet an einem einzigen Sonntag in Neukölln manchmal mehr auf der Bühne als in so manchem Großtheater in einer ganzen Woche.
Top10 Redaktion
Erfahrungsbericht vom 12.11.2025
Kartenzahlung
Kartenzahlung möglich.
Preisniveau
Kinder unter 14 Jahren zahlen 5,00 Euro, mit VBB-Kundenkarte kostet die Karte an der Abendkasse 3,00 Euro. Geschenkgutscheine gibt es ab 11,00 Euro.
Ermäßigungen
Auszubildende sowie Freiwillige im FSJ und Bundesfreiwilligendienst zahlen weniger, Vereinsmitglieder die Hälfte. Rollstuhlnutzende erhalten eine Begleitperson kostenfrei.
Kasse
An Spieltagen ab 15:00 Uhr besetzt, Karten gibt es auch im Vorverkauf.
Highlight
Rund 250 Vorstellungen im Jahr, überwiegend Eigenproduktionen zwischen Oper, Musical und Performance.
Für Kinder und Jugendliche
Die Reihen NO Kids und NO Jung richten sich an junges Publikum, im Sommer gibt es Workshops für 10- bis 15-Jährige.
Barrierefreiheit
Für ausgewählte Produktionen stehen mobile Untertitel auf Deutsch und Englisch bereit.
ÖPNV
U7 Karl-Marx-Straße liegt direkt vor dem Haus, dazu halten die Buslinien M41, M43 und 166 in der Nähe.
Parken
Stellplätze finden sich in den Seitenstraßen rund um die Karl-Marx-Straße, an Vorstellungsabenden dauert die Suche länger.















