Madame Ngo


An der Kantstraße in Charlottenburg dampfen drei riesige Stahltöpfe voller Pho im Schaufenster. Gastronom Duc Ngo hat hier eine Suppenbar erschaffen, die tagsüber nordvietnamesische Brühenkunst und abends eine indochinesisch-französische Brasserie bietet.
Was macht Madame Ngo zur besten Pho-Adresse Berlins?
Die drei riesigen Kochtöpfe im Schaufenster der Nummer 30, aus denen dichter Dampf emporsteigt, und die drei rot leuchtenden Buchstaben über der Eingangstür – PHO – machen sofort klar, was hier brodelt. Dahinter steckt einer der bekanntesten Gastronomen der Stadt: In der Berliner Gastronomieszene kennt ihn wohl jeder, Duc Ngo, der neben Madame Ngo ganze neun weitere Restaurants führt. Das Konzept ist denkbar klar: Tagsüber gibt es überwiegend gesunde und frisch zubereitete Suppen, die Pho, abends ergänzen kulinarische Leckereien mit französischem Einfluss das Angebot und das Lokal wird zur Brasserie.
Die Pho selbst ist dabei kein schnell zusammengekochtes Gericht. Dutzende Geflügelkarkassen und etliche Suppenhühner köcheln zehn Stunden für siebzig Liter Brühe, immer wieder abgeschöpft, bis die Brühe glasklar ist. Das Ergebnis zeigt sich in der Schüssel: Dezente Kraft durch Huhn und Zwiebeln, leichte Würzung von Sternanis und Ingwer — das ist die nordvietnamesische Pho aus Hanoi bzw. Nam Dinh, die aus Südvietnam ist kräftiger, würziger, auch etwas süßer. Neben der Nationalsuppe gibt es weitere vietnamesische Klassiker: gegrillten Schweinebauch oder mit Garnelen, Tofu, Schwein oder Omelette gefüllte Sommerrollen. Vegetarier*innen kommen beispielsweise mit mariniertem Tofu zu Reisnudeln auf ihre Kosten.
Wie ist die Atmosphäre im Madame Ngo?
Das Lokal selbst ist in einer ehemaligen Apotheke an der Kantstraße untergebracht. Das Shabby-Chic-Lokal mit offenem Mauerwerk und offener Küche schafft eine Atmosphäre, die irgendwo zwischen Straßenküche Hanois und Berliner Restaurantkultur liegt. Man kann seine Pho entweder wie im klassisch vietnamesischen Schnellrestaurant am Tresen mit Blick auf die leicht hektische Zubereitungsküche und die drei überdimensionierten Stahltöpfe genießen, oder im etwas entspannteren hinteren Teil des Ladens. Dass der Laden dabei im Michelin Guide Germany 2025 gelistet ist, überrascht wenig. Auch in der Berliner Gastroszene hat Madame Ngo längst einen festen Platz: Sogar Starkoch Tim Raue endorst das Restaurant und empfiehlt das Bun Bo Nam Bo. Wer spontan vorbeikommen möchte, sollte allerdings bedenken, dass der Laden eigentlich immer ausgebucht ist. Also: Tisch reservieren.
Top10 Redaktion
Erfahrungsbericht vom 01.06.2026
Kartenzahlung
Kartenzahlung möglich
Preisniveau
20 - 30 Euro
Sitzgelegenheiten
Außensitzplätze vorhanden
Öffnungszeiten
- Montag: 12:00–16:30 Uhr, 18:00–22:00 Uhr
- Dienstag: 12:00–16:30 Uhr, 18:00–22:00 Uhr
- Mittwoch: 12:00–16:30 Uhr, 18:00–22:00 Uhr
- Donnerstag: 12:00–16:30 Uhr, 18:00–22:00 Uhr
- Freitag: 12:00–16:30 Uhr, 18:00–22:00 Uhr
- Samstag: 12:00–16:30 Uhr, 18:00–22:00 Uhr
- Sonntag: 12:00–16:30 Uhr, 18:00–21:30 Uhr





