Modersohnbrücke



Zwischen Ostkreuz und Warschauer Straße führt die Modersohnbrücke über ein Gleisfeld, das den Blick nach Westen weit öffnet. Die Stahlkonstruktion ist gut zweiundsiebzig Meter lang und zwanzig Meter breit, hat weder Bänke noch Kiosk, ist aber als Platz für den Sonnenuntergang über den Schienen in ganz Berlin bekannt geworden.
Eine Stahlbrücke über dem Gleisfeld
Zwischen Ostkreuz und Warschauer Straße führt eine Straßenbrücke über ein Gleisfeld, das so breit ist, dass sich der Blick nach Westen über halb Berlin öffnet. Die Modersohnbrücke ist keine Sehenswürdigkeit im üblichen Sinn: Sie hat keine Bänke, keinen Kiosk und kein Ticket. Sie ist eine Stahlkonstruktion mit einem Bogen über der Fahrbahn, gut zweiundsiebzig Meter lang und etwas über zwanzig Meter breit, über die Autos, Räder und Menschen zu Fuß laufen. Berühmt geworden ist sie trotzdem, und zwar wegen einer Sache, die nichts kostet und sich nicht buchen lässt: Wenn die Sonne untergeht, steht sie genau am Ende der Gleise, und das Licht läuft über die Schienen auf die Brücke zu. Dann stehen dort Menschen mit Getränken und Kameras nebeneinander und warten gemeinsam ab, wie weit der Himmel noch rot wird. Wer früh genug kommt, findet noch einen Platz am Geländer. Unter der Brücke rollen währenddessen die Züge Richtung Ostkreuz, was dem Ganzen eine eigene Geräuschkulisse gibt.
Warum das für ein erstes Treffen funktioniert
Für ein erstes Date ist das eine ungewöhnlich gute Ausgangslage. Der Besuch dauert so lange, wie man will, kostet nichts und verpflichtet zu nichts. Man steht nebeneinander statt gegenüber, schaut in dieselbe Richtung und hat sofort etwas zu betrachten, wenn das Gespräch einmal stockt. Danach bietet sich die Umgebung an: In wenigen Minuten zu Fuß erreicht man das RAW-Gelände, die Lokale rund um die Revaler Straße oder das kleine Kiezviertel südlich vom Ostkreuz mit seinen Bars und Cafés. Ein Hinweis gehört allerdings dazu: Auf der westlichen Seite verengt seit Längerem ein Bauzaun mit einer dahinterliegenden Rohrleitung den Gehweg, Menschen zu Fuß müssen dort auf den Radweg ausweichen. Etwas Vorsicht ist also angebracht, gerade wenn viel los ist. Die Modersohnbrücke bleibt trotzdem einer der Orte, an denen sich Berlin ohne jeden Eintritt von seiner besten Seite zeigt. Auch der Weg dorthin lohnt sich, weil die Straßen ringsum voller Läden stecken, die es so nur in Friedrichshain gibt.
Top10 Redaktion
Erfahrungsbericht vom 09.04.2026
Eintritt
Die Brücke ist öffentlicher Straßenraum und jederzeit frei zugänglich.
ÖPNV
S-Bahnhof Ostkreuz, rund vierhundert Meter entfernt, mit S3, S5, S7, S75, S8, S85, S9, S41 und S42.
Besonderheit
Der Blick nach Westen über das Gleisfeld zwischen Ostkreuz und Warschauer Straße, besonders zum Sonnenuntergang.
Ausstattung
Es gibt weder Bänke noch einen Kiosk. Wer etwas trinken möchte, bringt es mit.
Gut zu wissen
Auf der westlichen Seite verengt ein Bauzaun mit einer Rohrleitung den Gehweg, dort muss man auf den Radweg ausweichen.
In der Nähe
Das RAW-Gelände und die Lokale rund um die Revaler Straße liegen wenige Minuten entfernt.
Öffnungszeiten
- Täglich: ganzjährig
Adresse
Modersohnbrücke 1, 10245 Berlin, Deutschland








