Komische Oper Berlin


Das Haus, das als Wiege des modernen Musiktheaters gilt, bespielt Charlottenburg derzeit vom Schillertheater aus mit einem Spielplan, der Strauss-Premieren neben Rock-Opern im Flughafen Tempelhof stellt und Oper konsequent als Sache aller begreift.
Komische Oper Berlin: Musiktheater ohne Schublade
1947 begründete der österreichische Regisseur Walter Felsenstein die Komische Oper Berlin und setzte damit einen Maßstab, dem das Haus bis heute folgt: Oper soll berühren, überraschen, manchmal provozieren. Die Komische Oper ist neben der Staatsoper Unter den Linden und der Deutschen Oper das kleinste der drei Berliner Opernhäuser, doch was sie an programmatischer Chuzpe mitbringt, macht diesen Größenunterschied mehr als wett. Solange das Stammhaus in der Behrenstraße saniert wird, finden die meisten Aufführungen im eleganten Schillertheater in Charlottenburg statt. Dabei hat das Haus aus der Situation längst eine eigene Stärke gemacht: Das Motto lautet „Wir spielen weiter” und aus der vorübergehenden Heimatlosigkeit wurde eine Tugend der Vielfalt, sowohl was den Spielplan als auch was die Spielorte betrifft.
Spielplan 2025/26: Von Mahler im Hangar bis Strauss im Schillertheater
Die Saison 2025/26 zeigt, was Klassik und Oper in Berlin heute sein können. Als Auftakt startete die Komische Oper erneut im Hangar 4 in Tempelhof erstmals mit einer Oper. Einer Rock-Oper! Mit einem internationalen Cast und über 250 Tänzer*innen war Andrew Lloyd Webbers Jesus Christ Superstar das erste große Spektakel der Spielzeit. Unmittelbar danach folgte ein weiteres Großereignis: Gustav Mahlers Achte Sinfonie, gemeinsam mit dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin, dem Rundfunkchor Berlin und dem Vocalconsort Berlin, unter Generalmusikdirektor James Gaffigan. Daneben setzt das Programm auf gewichtige Repertoire-Säulen: Ende November folgte Richard Strauss’ Salome, inszeniert vom Shooting-Star der Opernszene, Evgeny Titov. Trotz minimaler matter Flecken gelang im Schillertheater ein bestürzender und hochspannender Salome-Abend, Generalmusikdirektor James Gaffigan setzte auf eine glanzvoll rauschende Klangtextur der revolutionären Partitur. Wer Konzerte in Berlin sucht, die weit über das Erwartbare hinausgehen, findet bei der Komischen Oper Berlin verlässlich genau das. Als Opernhaus für die gesamte Stadtgesellschaft rollt der Operndolmuş seit über zehn Jahren im Rahmen der Programmschiene Selam Opera vollgepackt mit Musiktheater in die Berliner Kieze Oper als Haltung, nicht als Hochkulturpflicht.
Top10 Redaktion
Erfahrungsbericht vom 15.07.2026
Preisniveau
Je nach Kategorie und Preisgruppe rund 10,00 bis 125,00 Euro.
Aktueller Spielort
Während der Sanierung des Stammhauses Unter den Linden finden die Vorstellungen vor allem im Schiller Theater (Bismarckstraße 110, Charlottenburg) sowie an weiteren Ausweichspielstätten statt.
ÖPNV
Zum Schiller Theater: U2 Ernst-Reuter-Platz und U7 Bismarckstraße, jeweils wenige Gehminuten.
Parkmöglichkeiten
Am Schiller Theater Parkhäuser entlang der Bismarckstraße; ringsum gebührenpflichtige Parkzone.
Highlight
Bekannt für lebendiges, deutschsprachiges Musiktheater und mutige Inszenierungen abseits ausgetretener Pfade.
Öffnungszeiten
- Montag: 11:00–18:00 Uhr
- Dienstag: 11:00–18:00 Uhr
- Mittwoch: 11:00–18:00 Uhr
- Donnerstag: 11:00–18:00 Uhr
- Freitag: 11:00–18:00 Uhr
- Samstag: 11:00–18:00 Uhr
- Sonntag: Geschlossen










