




Der Straussee in Strausberg ist einer der tiefsten und klarsten Badeseen im Berliner Umland: 136 Hektar, bis zu 20 Meter Tiefe, Sichttiefen von drei bis fünf Metern und amtlich ausgezeichnete Wasserqualität. Die Seebadeanstalt von 1925 ist nach sieben Jahren wieder geöffnet, dazu kommen kostenlose Liegewiesen, Bootsverleih und die historische Seilfähre.
Straussee in Strausberg: klares Wasser im eiszeitlichen Rinnensee
Der Straussee beginnt direkt hinter der Strausberger Altstadt und gehört mit rund 136 Hektar zu den größten Badeseen im Berliner Umland. Sein Becken zieht sich schmal von Nord nach Süd, entstanden ist es in der letzten Eiszeit durch Schmelzwasser, das unter dem Eis abfloss. Gespeist wird der See überwiegend aus dem Grundwasser, und das merkt man beim Schwimmen: Die Sichttiefe liegt im Mittel bei gut drei Metern und erreicht an guten Tagen fünf. Mit 20 Metern an der tiefsten Stelle ist der Straussee zugleich einer der tiefsten Seen der Region, in der Mitte bleibt das Wasser deshalb auch im Hochsommer kühl. Das Gesundheitsamt Märkisch-Oderland führt die Badestelle an der Badstraße in der höchsten Kategorie, Blaualgenblüten wurden hier noch nie beobachtet und Zerkarien gelten als ausgeschlossen. Prägend ist ein anderes Thema: Der Wasserspiegel steht inzwischen rund 1,63 Meter unter dem Normalstau und sinkt weiter, gut 37 Zentimeter allein im Verlauf dieses Jahres. Eine Machbarkeitsstudie prüft, ob Wasser aus dem benachbarten Kriensee den Haushalt stützen könnte.
Seebadeanstalt, freie Liegewiesen und eine Seilfähre von 1894
Die städtische Seebadeanstalt am Fichteplatz war wegen des gefallenen Wasserstandes sieben Jahre lang geschlossen und ist 2026 wieder in Betrieb gegangen, zunächst mit einem Nichtschwimmerbereich, der nur durch Schwimmleinen markiert ist. Sprungturm und Stege wurden beim Erneuern der Uferbefestigung komplett zurückgebaut, geplant sind stattdessen ein schwimmendes Becken und eine Plattform mit Sprungturm. Das Bad von 1925 steht noch in seinen ursprünglichen Abmessungen, dazu kommen 50 Meter Sandstrand, zwei Liegewiesen und ein Hublift, der den Weg ins Wasser barrierefrei macht. Die Tageskarte kostet 5 Euro. Kostenlos baden lässt sich an den Liegewiesen an der Badstraße, wo zwei Badestege, ein Spielplatz und ein Grillplatz liegen, oder an der Badestelle im Kulturpark mit Tauchbasis und Beachvolleyballfeld. Den schönsten Weg ans andere Ufer liefert die Strausseefähre, eine elektrische Seilfähre, die seit 1894 verkehrt, als technisches Denkmal gilt und die 350 Meter in sieben Minuten schafft. Am Bad verleiht ein Bootshaus Ruderboote, Tretboote und Paddelboards.
Top10 Redaktion
Erfahrungsbericht vom 07.10.2024
Eintritt Seebadeanstalt
Tageskarte 5,00 Euro, Kinder bis 16 Jahre 3,00 Euro, bis 3 Jahre frei, Familienkarte für zwei Erwachsene und zwei Kinder 12,50 Euro, jedes weitere Kind 2,50 Euro. Kartenzahlung möglich.
Freie Badestellen
Die Liegewiesen an der Badstraße und die Badestelle im Kulturpark sind frei zugänglich und kostenlos.
Saison
Die Seebadeanstalt ist von Mai bis September geöffnet, letzter Einlass 60 Minuten vor Schließung. Schließzeiten sind wetterabhängig.
ÖPNV
S5 bis Strausberg Vorstadt, weiter mit der Straßenbahn 89 bis Lustgarten. Alternativ S5 bis Strausberg Stadt.
Parkmöglichkeiten
Am Fichteplatz sind Parkplätze vorhanden.
Strausseefähre
Elektrische Seilfähre seit 1894, technisches Denkmal. Einzelfahrt 2,10 Euro, ermäßigt 1,70 Euro für Kinder von 6 bis 14 Jahren, Hunde und Fahrräder. VBB-Tarif und Deutschlandticket gelten hier nicht.
Bootsverleih
Ruderboot ab 8,00 Euro pro Stunde, Stand-Up-Paddle-Board ab 10,00 Euro, Tretboot ab 15,00 Euro. Kaution erforderlich.
Barrierefreiheit
Barrierefreier Zugang, Hublift zum Strandbereich und barrierefreie Sanitäranlagen.
Öffnungszeiten
- Freibad: Mai bis OktoberTäglich




