
In einem fensterlosen Reichsbahnbunker in der Reinhardtstraße zeigt die Boros Collection auf rund dreitausend Quadratmetern zeitgenössische Kunst aus der Zeit ab 1990. Betreten lässt sich das Haus nur bei einer Führung in kleiner Gruppe, die anderthalb Stunden dauert und auf Deutsch oder auf Englisch stattfindet. Das Ticket kostet 20 Euro.
Ein Betonklotz mitten in Mitte
Wenige Schritte von der Friedrichstraße entfernt steht in der Reinhardtstraße ein Klotz aus Beton, an dem man zweimal hinsehen muss. Der Bau ist ein ehemaliger Reichsbahnbunker aus dem Zweiten Weltkrieg, fensterlos, grau und von außen alles andere als einladend. Heute beherbergt er die Boros Collection, eine private Sammlung zeitgenössischer Kunst, die Karen und Christian Boros zusammengetragen haben. Auf rund dreitausend Quadratmetern hängen und stehen Werke internationaler Künstlerinnen und Künstler aus der Zeit ab 1990, und weil die Präsentation in größeren Abständen komplett wechselt, lohnt sich auch ein zweiter Besuch viele Jahre später. Mitten in Mitte, zwischen Regierungsviertel und Museumsinsel, ist das eine Adresse, an der man ohne Hinweis einfach vorbeilaufen würde. Genau darin liegt ein Teil des Reizes, denn kaum jemand rechnet damit, dass hinter diesen Wänden Kunst hängt. Der Bunker diente nach dem Krieg noch für ganz andere Zwecke, bevor er zum Ausstellungshaus umgebaut wurde, und man sieht ihm das an.
Nur mit Führung, dafür in kleiner Gruppe
Betreten lässt sich der Bunker ausschließlich im Rahmen einer Führung, und genau das macht ihn für ein erstes Date interessant. Die Gruppen sind klein, die Führung dauert anderthalb Stunden und findet auf Deutsch oder auf Englisch statt. Man läuft gemeinsam durch enge Gänge und hohe Kammern, bekommt die Werke erklärt und hat danach eine ganze Liste von Dingen, über die sich diskutieren lässt. Wer zwischendurch lieber schweigt, kann das tun, ohne dass eine unangenehme Pause entsteht, weil der Raum und die Stimme der Führung das Gespräch ohnehin übernehmen. Das Ticket kostet 20 Euro, ermäßigt 12 Euro, gebucht wird vorab online, denn spontan hineinzuspazieren ist nicht vorgesehen. Taschen bleiben aus Sicherheitsgründen im Schließfach, auch kleine. Die Boros Collection empfiehlt den Besuch ab zwölf Jahren. Barrierefrei ist das Haus trotz seiner Bauweise, denn ein Aufzug erschließt alle Etagen. Für den stufenlosen Zugang gibt es auf Anfrage eine mobile Rampe, und wer zwischendurch sitzen möchte, bekommt einen Klapphocker gereicht.
Top10 Redaktion
Erfahrungsbericht vom 26.10.2026
Preisniveau
Das Ticket für die Führung kostet 20 Euro, ermäßigt 12 Euro. Begleitpersonen von Gästen mit Schwerbehindertenausweis kommen kostenlos mit.
ÖPNV
S- und U-Bahnhof Friedrichstraße, von dort sind es wenige Minuten zu Fuß.
Besonderheit
Rund dreitausend Quadratmeter Ausstellungsfläche in einem ehemaligen Reichsbahnbunker, bespielt mit wechselnden Werken aus der Sammlung von Karen und Christian Boros.
Führungen
Der Besuch ist nur mit Führung möglich. Die Gruppen sind klein, die Dauer beträgt anderthalb Stunden, gewählt werden kann zwischen Deutsch und Englisch.
Buchung
Tickets werden vorab online gebucht und lassen sich weder erstatten noch umbuchen.
Gut zu wissen
Alle Taschen müssen in Schließfächer, auch kleine Handtaschen. Der Besuch wird ab zwölf Jahren empfohlen.
Barrierefreiheit
Die Ausstellungsräume sind rollstuhlgerecht und über einen Aufzug erreichbar. Für den stufenlosen Zugang gibt es auf Anfrage eine mobile Rampe, dazu stehen Klapphocker bereit.
Öffnungszeiten
- Montag: Geschlossen
- Dienstag: 11:00–15:00 Uhr
- Mittwoch: 11:00–15:00 Uhr
- Donnerstag: 10:00–20:00 Uhr
- Freitag: 10:00–20:00 Uhr
- Samstag: 10:00–20:00 Uhr
- Sonntag: 13:00–18:00 Uhr








